Steirische Spitäler haben neue Chefs

27. Jänner 2004, 13:47
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SP, VP und Grüne zufrieden mit Entscheidung - FPÖ: "eindeutig politische Gründe"

Die Bestellung der neuen Chefs der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (Kages) hinterlässt lachende Augen bei SP, VP und den Grünen – und ein weinendes blaues Auge.

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Graz/Feldkirch – Nach der fast einjährigen Suche nach einer neuen Geschäftsführung der Steirischen Krankenanstalten GesmbH (Kages) gab der steirische Personallandesrat Hermann Schützenhöfer (VP) nach der Regierungssitzung am Montag das neue Führungsduo offiziell bekannt. Der 38-jährige Christian Kehrer, der vor einigen Jahren bereits Assistent der Kages-Geschäftsführung war, steht künftig gemeinsam mit dem 58-jährigen Ernst Hecke, der bereits Bereichsdirektor für Finanzen in der Kages war, rund 15.000 Mitarbeitern der steirischen Spitäler vor.

Rund um die Besetzung der seit September 2003 vakanten Geschäftsführung hatte es – auch durch parteipolitische Querelen – Verzögerungen gegeben. Doch letztlich sind sowohl Schützenhöfer als auch der ebenfalls zuständige Gesundheitslandesrat Wolfgang Erlitz (SP) "sehr zufrieden" mit der Entscheidung.

Diese wurde nach langem Hin und Her mittels eines Hearings getroffen, an dem eine Personalberatungsfirma, die gesamte Landesregierung und die Klubchefin der einzigen Opposition im Landtag, der Grünen, Ingrid Lechner- Sonnek, beteiligt waren. Auch Lechner-Sonnek freut sich über das Ergebnis des Hearings und hofft , dass "ständiges parteipolitisches Hineinintervenieren" künftig der Vergangenheit angehören werde. Einzig der Landeshauptmannstellvertreter Leopold Schöggl (FPÖ) zeigte sich mit der Wahl Kehrers nicht einverstanden. Was Erlitz überrascht: "Das hat eindeutig politische Gründe. Sachliche kann ich mir nicht vorstellen."

Rückzug von Patsch

Ein anderer Kandidat, der Geschäftsführer der Vorarlberger Krankenhaus Betriebs- GmbH, kam einer Abfuhr durch die Steirer zuvor. Vergangenen Samstag teilte Patsch per Fax mit, dass er "aus privaten Gründen". nicht als Kages-Vorstand zur Verfügung stehe. Wäre die Wahl auf Patsch gefallen? Landesrat Schützenhöfer zum STANDARD: "Ich glaube es nicht."

Patsch, seit Jahren mit Kages-Aufsichtsrat Bernd Schilcher gut bekannt, hatte sich in Graz beworben, "weil man mich dazu aufgefordert hat". Wochen vor dem Hearing disqualifizierte er sich jedoch selbst, indem er über die Vorarlberger Medien seinen Wechsel nach Graz bekannt gab. Was die steirische ÖVP brüskierte und die Opposition auf den Plan rief. Dennoch galt der 58-jährige Manager weiter als Favorit der ÖVP.

Gerüchte, er habe seine Gehaltsforderungen reduziert (von 30.000 auf 13.000 Euro), weil er den Vorstandsposten unbedingt haben wollte, dementiert Patsch heftig: "So ein Unsinn, im Hearing wurde nie über Vertragskonditionen diskutiert." Patsch begründet seinen plötzlichen Sinneswandel damit, erst nach und nach die finanziellen Konsequenzen des Wechsels erkannt zu haben. Er hätte auf seine Abfertigung nach 24 Dienstjahren verzichten müssen, zudem wäre der Verkauf des Privathauses "ein Verlustgeschäft gewesen". (Colette M. Schmidt/Jutta Berger/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.1.2004)

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KAGes
Steiermärkische Krankenanstalten-
Gesellschaft m.b.H.

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