Terroropfer aus aller Welt fordern Ende der Gewalt

27. Jänner 2004, 16:26
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Zweitägige Konferenz in Madrid eröffnet

Madrid - Hunderte Terroropfer aus Israel, Algerien und anderen Staaten haben am Montag zu einem Ende der Gewalt in aller Welt aufgerufen. Der Terrorismus könne nur erfolgreich bekämpft werden, wenn die Staatengemeinschaft eine gemeinsame Front bilde, sagte der Spanier Javier Romeo Pastor, der 1991 einen Briefbombenanschlag der baskischen Untergrundorganisation ETA überlebte, auf einer zweitägigen Konferenz in Madrid. An dem Treffen nahmen rund 600 Delegierte aus etwa einem Dutzend Staaten teil.

Die "soziale Isolation und moralische Schwäche von Terroristen" werde von Tag zu Tag offensichtlicher, sagte der spanische Kronprinz Felipe. Die irische Teilnehmerin Patricia Gallagher, die beim Bombenanschlag der IRA in Omagh 1998 ihren Sohn verlor, lobte die Unterstützung für Terroropfer in Spanien. "Die ETA hat etwa 800 Menschen getötet", sagte sie. "In Irland sind fast 4.000 Menschen gestorben, aber die britische Königsfamilie würde den Terrorismus niemals so scharf verurteilen."

Grenzüberschreitende Festnahmen

Der Präsident des Europäischen Parlamentes, Pat Cox, wies zur Eröffnung der Konferenz auf die jüngsten Anti-Terror-Maßnahmen der Europäischen Union hin. Die EU habe seit den Anschlägen vom 11. September 2001 unter anderem eine Liste von Terrororganisationen erstellt und die rechtlichen Voraussetzungen für grenzüberschreitende Festnahmen geschaffen, sagte Cox.

Am Dienstag wurden auf dem Internationalen Kongress über Terroropfer unter anderem Nobelpreisträger David Trimble und der kolumbianische Vizepräsident Francisco Santos erwartet. Die Abschlussrede sollte der spanische Ministerpräsident Jose Maria Aznar halten, der 1995 einen Autobombenanschlag der ETA überlebte. Im kommenden Jahr soll die Konferenz nach Angaben der Organisatoren in Kolumbien stattfinden. (APA/AP)

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