SPÖ will Auftrags­vergabe an Schüssel- Tochter prüfen

26. Jänner 2004, 19:08
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Darabos: "Verdacht eines Falles von Nepotismus"

Wien - Die SPÖ werde die so genannten Causa Grasser im Parlament "nicht auf sich beruhen lassen", sagte Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos am Montag bei einer Pressekonferenz. Rund um seine Homepage, seinen Sozialfonds und die hohen Kosten für Beratertätigkeiten gebe es eine Reihe von ungeklärten Fragen. Prüfen will die SPÖ auch, ob die Vergabe eines Trainer-Auftrages des Bundeskanzleramtes an die Tochter von Kanzler Wolfgang Schüssel, Nina Schüssel, mit rechten Dingen zugegangen sei.

Im Mittelpunkt der SP-Anschuldigungen steht aber weiterhin Grasser. Alle Experten seien der Ansicht, der Finanzminister sei rund um die Finanzierung seiner Homepage durch die Industriellenvereinigung (IV) nicht seiner Steuerpflicht nachgekommen, meinte Darabos. Man warte daher mit Spannung auf die Prüfung durch die Staatsanwaltschaft. Zu klären sei etwa noch, ob tatsächlich 9.900 Euro der IV-Spende vom Homepage-Verein an den Grasser-Sozialfonds geflossen seien, und was mit dem Rest der IV-Spende geschehen ist. "Lächerlich" ist für Darabos, wenn sich Grasser bei der Homepage-Finanzierung als "unbeteiligter Dritter" darzustellen versuche. Er solle klar sagen, "ich stehe dazu".

Eine aufklärungsbedürftige Rolle hat Grasser nach Ansicht der SPÖ aber auch beim Verkauf der Bundeswohnbaugesellschaften (BUWOG), bei ÖIAG-Privatisierungen und der Vergabe von Beratertätigkeiten des Finanzministeriums gespielt. "Ich freue mich auf den Rechnungshof-Bericht", sagte Darabos dazu.

Rund um die Auftragsvergabe an Nina Schüssel drängt sich für Darabos "der Verdacht eines Falles von Nepotismus" auf. Die SPÖ werde auch diese Angelegenheit einer genaueren Prüfung unterziehen, kündigte er an. (APA)

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