Erst sparen, dann Gebühr

28. Jänner 2004, 21:29
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ARD soll Radioprogramme streichen

Bevor ARD und ZDF mehr Rundfunkgebühr bekommen, müssen sie spürbar sparen. Darauf haben sich die deutschen Bundesländer geeinigt. Die Intendanten der ARD zerpflückten die Sparvorschläge umgehend.

Die Intendanten möchten zum Beispiel wissen, ob die Politik den Verzicht auf alle ihre Orchester wünscht. Die ARD-Anstalten haben acht Sinfonieorchester, vier Rundfunkorchester, fünf Chöre und vier Bigbands, die 2002 rund 155 Millionen Euro kosteten. Ohne sie könnte die Rundfunkgebühr gesenkt werden.

Weiterer Personalabbau sei ohnehin schon in die geplante Gebührenerhöhung um 1,09 Euro auf 17,24 Euro monatlich eingerechnet, argumentieren die Intendanten.

Eine Begrenzung der Onlineaktivitäten auf 0,75 Prozent des Etats bringe nichts, da ohnehin nur ein Anteil von 0,58 Prozent vorgesehen sei. Mehrkosten verursacht die Forderung, Sponsoring außerhalb der Werbezeiten abzuschaffen, konkret: 4,2 Cent pro Monat und Teilnehmer.

Zusammenlegung von Arte und 3sat vom Tisch

Vom Tisch ist die Forderung dreier deutscher Ministerpräsidenten, Arte und 3sat zusammenzulegen und die digitalen Kanäle der ARD zu streichen. Laut jüngster Einigung der Bundesländer soll die ARD aber selbst Vorschläge machen, auf welche Radioprogramme sie verzichtet.

Für Medienfragen sind in Deutschland die Bundesländer zuständig. Der ORF braucht für Gebührenerhöhungen wie die jüngste lediglich die Zustimmung seines Stiftungsrates, dessen Mitglieder für das Wohl des Unternehmens haften. Auch sie verknüpften die Zustimmung mit Sparmaßnahmen. (fid, dpa/DER STANDARD; Printausgabe, 27.1.2004)

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