Verfrorene fahren schlechter

29. Jänner 2004, 20:59
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Kälte im Auto verlängert die Reaktionszeit Temperaturen - Zwischen 19 und 26 Grad plus laut ÖAMTC für Autofahrer ideal

Wien - Frost macht träge: Die Reaktionszeit eines Lenkers kann sich bei tiefen Temperaturen verdoppeln. "Bei großer Kälte reagiert das Nervensystem träge, das Feingefühl nimmt ab und die Bewegungen werden langsamer", warnte der ÖAMTC-Verkehrsmediziner Raimund Saam heute, Montag. Nur bei Temperaturen zwischen 19 und 26 Grad plus haben Autofahrer ihre optimale Reaktionsfähigkeit.

Ausgelöst wird dieses Phänomen durch Temperaturfühler in der Haut. "Die so genannten Thermorezeptoren erhöhen bei Kälte die Anspannung der Muskulatur. Das Risiko, Gefahren nicht rechtzeitig zu erkennen und darauf reagieren zu können, steigt", erklärte Saam. Auch in der Unfallbilanz schlägt sich die Kältestarre bei Autofahrern nieder: Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen laut ÖAMTC, dass Auffahrunfälle bei klirrender Kälte in den ersten fünfzehn Fahrminuten besonders häufig sind.

Vorsichtig und vorausschauend fahren

Wer das Auto nicht in einer geheizten Garage abstellen kann oder nicht über eine Standheizung verfügt, dem riet Saam: "Auf den ersten Metern soll besonders vorsichtig und vorausschauend gefahren und die Geschwindigkeit dementsprechend angepasst werden, bis es im Fahrzeug angenehm warm ist." Wer über eine Klimaautomatik verfügt, sollte diese auf eine Temperatur im Bereich zwischen 21 bis 23 Grad Celsius einstellen.

Zu viel Hitze im Auto beeinträchtigt aber ebenfalls die Verkehrssicherheit: Die Gefahr der Übermüdung steigt, die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit nimmt ab. Darüber hinaus ist zu warme Winterbekleidung einengend und raubt dem Lenker die Bewegungsfreiheit. Außerdem wird dadurch die Wirksamkeit des Sicherheitsgurtes vermindert. Das Gleiche gilt auch für den mitreisenden Nachwuchs. Eltern sollten beachten: Der Kindersitz kann seine Sicherungskräfte nicht voll zur Geltung bringen, wenn zwischen Gurt und Kind eine dick gepolsterte Winterjacke liegt.(APA)

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    "Bei großer Kälte reagiert das Nervensystem träge, das Feingefühl nimmt ab und die Bewegungen werden langsamer", warnt der ÖAMTC

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