Straw "enttäuscht" über fehlende Beweise für ABC-Waffen

27. Jänner 2004, 21:55
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Britischer Außenminister rechtfertigt erneut die Zustimmung der britischen Abgeordneten zum Krieg - Damals "die einzige Alternative"

London - Angesichts der ausbleibenden Beweise für irakische Massenvernichtungswaffen hat sich der britische Außenminister Jack Straw "enttäuscht" gezeigt. Es sei "natürlich enttäuschend, dass die Waffeninspektoren bisher keine weiteren Beweise für das gefunden haben, was die ganze internationale Gemeinschaft geglaubt hat", sagte Straw am Montag dem britischen Rundfunksender BBC. Die Suche nach Waffen im Irak könne mit der Situation in Nordirland verglichen werden, sagte Straw. In einem Gebiet, das viel kleiner als Irak sei und in dem es keine Sprachbarriere gebe, wisse auch nach 30 Jahren intensiver Suche niemand, wo sich die Waffenlager der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) und anderer Untergrundgruppen befänden.

Straw verteidigte erneut die Zustimmung der britischen Abgeordneten zum Irak-Krieg vom 18. März. Die Entscheidung sei angesichts der vorliegenden Geheimdienstinformationen "gerechtfertigt" und damals "die einzige Alternative" gewesen.

Die Regierung von Premierminister Tony Blair steht wegen der für Mittwoch geplanten Veröffentlichung des Untersuchungsberichts zum Tod des britischen Waffenexperten David Kelly derzeit massiv unter Druck. Die Regierungen in Washington und London hatten sich auf geheimdienstliche Erkenntnisse berufen, um die Gefahr irakischer Massenvernichtungswaffen zu belegen und den Angriff auf den Irak zu rechtfertigen. (APA/AFP)

  • Jack Straw.
    foto: epa/fabrice coffrini

    Jack Straw.

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