Hamas: Bei israelischem Abzug zehn Jahre Waffenruhe in Aussicht

27. Jänner 2004, 15:00
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"Akzeptieren phasenweise Befreiung"

Ramallah - Die militante Palästinenser-Organisation Hamas hat eine zehnjährige Waffenruhe in Aussicht gestellt, falls Israel aus den seit 1967 besetzten Gebieten abzieht.

"Wir akzeptieren einen Staat im Westjordanland, einschließlich Jerusalems, und im Gaza-Streifen", sagte der führende Hamas-Vertreter Abdelaziz Rantisi am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters telefonisch aus seinem Versteck im Gaza-Streifen.

Nicht das Ende des Konflikts

Ein solcher Vorschlag würde nicht bedeuten, dass die Hamas Israel anerkenne. Er sei auch nicht das Ende des israelisch-palästinensischen Konflikts. Seine Organisation sei jedoch zu dem Schluss gekommen, dass es "zu diesem Zeitpunkt schwierig (ist), all unser Land zu befreien, daher akzeptieren wir eine phasenweise Befreiung."

Die Äußerungen Rantisis könnten darauf hindeuten, dass sich die gewalttätige Organisation auf den Kurs von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat zubewegt. Ähnlich wie Rantisi hatte sich in jüngster Vergangenheit auch der geistliche Führer der Hamas, Scheich Ahmed Yassin, geäußert.

Israel hat Berichte über eine angebliche Mäßigung der Hamas als Vorwand bezeichnet, den die Organisation dazu nutze, weitere Anschläge vorzubereiten. Israel hat wiederholt eine Rückkehr zu den Vorkriegs-Grenzen von 1967 ausgeschlossen.

Die Palästinenser könnten nicht mit Ost-Jerusalem, mit bestimmten Siedler-Gebieten oder anderen für die Sicherheit Israels erforderlichen Gebieten rechnen. (APA/Reuters)

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