Syrien weist US-Vorwürfe über Besitz irakischer Waffen zurück

27. Jänner 2004, 07:51
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Informationsminister: Washington wolle nur "von eigenem Versagen" im Irak ablenken

Damaskus - Syrien hat Vorwürfe der USA zurückgewiesen, es könne im Besitz von Massenvernichtungswaffen aus dem Irak sein. Der syrische Informationsminister Ahmad el Hassan sagte am Sonntag, die USA wollten nur davon ablenken, dass im Irak keine Massenvernichtungswaffen gefunden worden seien. "Solange keine Massenvernichtungswaffen im Irak selbst gefunden wurden, wie können sie dann in Syrien sein?", sagte Hassan in Damaskus.

Ablenken von Versagen

"Sie (die USA) wollen nur von ihrem eigenen Versagen ablenken", fügte er hinzu. Syrien hatte in der Vergangenheit stets US-Vorwürfe zurückgewiesen, im Besitz von Massenvernichtungswaffen zu sein. Die USA hatten den Krieg gegen den Irak damit begründet, dass das Land über solche Waffen verfüge. Am Mittwoch hatte der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des US-Senates, Pat Roberts, gesagt, es gebe Befürchtungen, dass irakische Massenvernichtungswaffen in das Nachbarland geschafft worden sein könnten.

Die USA und Großbritannien hatten dem Irak unter dem gestürzten Präsidenten Saddam Hussein immer wieder den Besitz verbotener Waffen vorgeworfen und mit deren Gefahr den im März vergangenen Jahres begonnenen Krieg gegen das Land begründet. US-Experten hatten in den vergangenen Monaten vergeblich im Irak nach Massenvernichtungswaffen gesucht, wodurch US-Präsident George W. Bush auch mit Blick auf die Präsidentenwahl im November in Erklärungsnöte kam. Am Freitag hatte der Leiter der US-Waffeninspektoren im Irak, David Kay, seinen Posten abgegeben und erklärt, er vermute in dem Land keine großen Bestände an chemischen oder biologischen Waffen. (APA/Reuters)

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