Die Naturgewalten berechnen

25. Jänner 2004, 21:40
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Muren-Katastrophenschutz mit Simulationsmodell

"Gedacht ist es eigentlich als Instrument für die Raumplanung", sagt Gerhard Volk, Geschäftsführer von Geo-Expert, über sein Projekt. "Erst die Ausschreibung für den Co-Operate-Preis hat uns auf die Idee gebracht, unser Tätigkeitsfeld zu erweitern."

In Zusammenarbeit mit dem Institut für alpine Naturgefahren an der Universität für Bodenkultur in Wien will Volk eine Software entwicklen, die genaue Informationen über Art und Auswirkung eines Murgangs im untersuchten Gebiet gibt. "Durch die exakte Bestimmung der Gefahrenzonen können Bautätigkeiten in diesen Gebieten verhindert beziehungsweise entsprechende Schutzmaßnahmen veranlasst werden." So sieht Volk den Nutzen des geplanten Programms.

Durch die Zusammenführung des physikalischen Wissens über Murgänge, das an der Universität bereits vorhanden ist, mit dem technischen Know-how von Geo-Expert soll schon innerhalb der nächsten zwei Jahre ein funktionsfähiger Prototyp geschaffen werden. "Die Aufgabe unseres Instituts liegt dabei vor allem im Bereich der Grundlagenforschung", meint der Wissenschafter Johannes Hübl. "Die Transformation der gelieferten Informationen in eine funktionierende Software ist dann Sache von Geo-Expert", beschreibt der Naturforscher die Aufgabenteilung. Laut Zeitplan soll im Frühjahr mit den notwendigen Messungen und Laborversuchen begonnen werden, die Modellentwicklung könnte dann im Sommer starten.

Trotz des mit 120.000 Euro doch eher knapp bemessenen Projektbudgets geben sich die Betreiber optimistisch: "Wir sind sicher, bereits nach ein bis zwei Jahren erstmals Gewinne verbuchen zu können." Schließlich, so Volk, sei der Bedarf nach einem solchen Simulationsmodell europaweit trotz vieler Ansätze nach wie vor vorhanden. "Es gibt kein vergleichbares Angebot auf dem Markt." (ansl/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26. 1. 2004)

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