Immo-Fonds im Branchenverband

22. Februar 2005, 20:11
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VÖIG verteidigt Strickmuster der neuen Fondsprodukte

Die Vereinigung der österreichischen Investmentgesellschaften (VÖIG), in der die 23 heimischen Kapitalanlagegesellschaften (KAG) mit ihren fast 2000 Fondsprodukten vertreten sind, hat jetzt auch die neuen KAG für Immobilienfonds aufgenommen.

Um brancheninternen Streitereien möglichst keinen Platz zu geben, betont VÖIG-Chef Wolfgang Dorten, dass die neuen endbesteuerten Immobilienfonds ein "ergänzendes Angebot und keine Konkurrenz zu den herkömmlichen Wertpapierfonds" seien.

Fürsprecher und Verteidiger

Damit haben die neuen Produkte auch die VÖIG als Fürsprecher und Verteidiger gewonnen. Kritik an den Immo-Fonds hatte es ja zuletzt vonseiten der Wirtschaftsprüfer gegeben, die eine Reihe von Problemen, etwa die Höhe der Bemessungsgrundlage von 80 Prozent der Bewertungsgewinne als Besteuerungsgrundlage, angeprangert hatten.

Dass die Besteuerung bei den Bewertungsgewinnen ansetze, sei sinnvoll, sagt Dorten. Wären die realisierten Gewinne die Besteuerungsgrundlage, dann müsste ja etwa ein Fondskäufer, der zufällig kurz vor dem Verkauf einer Immobilie durch seinen Fonds einsteigt, Steuern für Gewinne zahlen, an denen er zuvor gar nicht partizipiert hat. Umgekehrt würden Fondsinhaber dann steuerfreie Wertsteigerung lukrieren, wenn sie vor dem Verkauf einer Immobilie aussteigen.

Absenkung der Bemessungsgrundlage wünschenswert

Zur geforderten Absenkung der Bemessungsgrundlage auf unter 80 Prozent der Bewertungsgewinne sagt Dorten, dass diese zwar "wünschenswert" sei, sich aber nur im "Zehntelprozentbereich" für den Ertrag abspielen würde. Wesentlicher sei für Anleger, dass sie Bewertungsverluste mit Mieteinnahmen kompensieren können und so Kapitalertragsteuer sparen. (DER STANDARD Printausgabe, 26.01.2004 kbau)

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