Schüssel-Tochter hat Trainervertrag im Bundeskanzleramt

26. Jänner 2004, 14:08
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Bildet Nachwuchsführungskräfte aus - 1100 Euro pro Tag

Wien - Die Tochter von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V), Nina Schüssel, erhielt im Frühjahr 2003 im Rahmen einer Ausschreibung den Zuschlag für einen gut dotierten Trainer-Vertrag des Bundeskanzleramts. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Dienstag erscheinenden Ausgabe. Nina Schüssel war demnach bei dieser Bewerbung, bei der es um das "High Potentials Programm" zur Ausbildung von Nachwuchsführungskräften des Bundes ging, Mitglied eines vierköpfigen Beraterteams.

1100 Euro pro Tag

Nina Schüssel bestätigte "trend" gegenüber, dass dieser Trainervertrag mit Tagsätzen von etwas über 1100 Euro dotiert sei: "Aber das sind vielleicht fünf Trainingstage pro Jahr. Davon lebe ich ja nicht." Immerhin arbeite sie insgesamt rund 50 Tage pro Jahr als Trainerin - etwa für das Hernstein-Institut, das WIFI oder die Beratergruppe Conecta.

Mündliche Präsentation gab den Ausschlag

Das Team um Alfred Faustenhammer, dem Nina Schüssel angehört, gestaltete seit 2001 bereits zwei Lehrgänge für Nachwuchsführungskräfte an der Verwaltungsakademie des Bundes. Als die Akademie Ende 2002 dem Bundeskanzleramt eingegliedert wurde, mussten die Kurse jedoch öffentlich ausgeschrieben werden. Bei dieser Ausschreibung sind nach Aussage des zuständigen Beamten vier von sechs Bewerbungen in die nähere Auswahl gekommen, wobei Faustenhammer "trend" gegenüber bestätigt, dass sein und Schüssels Team "angeblich nicht erstgereiht war. Aber dann haben wir bei der mündlichen Präsentation noch einen Vorschlag eingebracht, wie die TeilnehmerInnen für diesen Lehrgang ausgewählt werden könnten, und der hat dem Sektionschef sehr gefallen."

Kanzler habe erst im Nachhinein von der Bewerbung erfahren

Nina Schüssel bestätigt dies, betont aber - ebenso wie die Pressesprecherin des Bundeskanzlers -, dass der Kanzler von dieser Bewerbung seiner Tochter erst im Nachhinein erfahren habe.

Mit Protektion habe diese Angelegenheit jedenfalls nichts zu tun gehabt, sagt Nina Schüssel: "Das einzige Problem, das auftreten könnte, ist, dass ich für jemanden nicht die richtige Trainerin bin. Aber ich spreche die Verwandtschaft gegenüber den Teilnehmern immer an und garantiere ihnen absolute Verschwiegenheit." (APA)

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