Vogelgrippe breitet sich in Südostasien aus

27. Jänner 2004, 10:23
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Schon sechs Tote in Vietnam - Epidemie befürchtet - Massenschlachtungen stehen bevor

Hanoi/Singapur/Phnom Penh - In Vietnam hat sich die Zahl der Todesfälle durch die Geflügelpest auf sechs erhöht. Ein 13-jähriger Jugendlicher starb in Ho-Chi-Minh-Stadt an der Vogelgrippe, wie der Leiter der städtischen Gesundheitsbehörde, Nguyen The Dung, am Samstag mitteilte.

Der Junge sei bereits am Donnerstag im Krankenhaus für Tropische Krankheiten gestorben. Er war am vergangenen Montag mit Atembeschwerden in eine Kinderklinik eingeliefert und später verlegt worden.

Erst der Anfang

Am Vortag war ein erster Vogelgrippe-Fall in einer Zuchtfarm bei Phnom Penh bekannt geworden. Es gebe bisher nur einen betroffenen Zuchtbetrieb, sagte der für Tierzucht und Veterinärwesen zuständige Abteilungsleiter im Ministerium für Landwirtschaft, Kao Phal. Aber das sei "erst der Anfang", räumte er ein.

In Kambodscha fehlen nach Einschätzung der Welternährungsorganisation (FAO) Experten für einen wirksamen Kampf gegen die ansteckende Geflügelpest. Es gebe nicht genügend Veterinäre, um den Züchtern bei der Eindämmung der Epidemie beizustehen, sagte der örtliche FAO-Vertreter am Samstag.

Kranke Hühner zum Neujahrsfest verkauft

Mitarbeiter der etwa sieben Kilometer von Pnom Penh entfernten Geflügelfarm sagten, erste Krankheitsfälle unter den Tieren seien bereits in der zweiten Jännerwoche aufgetreten. Die erkrankten Hühner wurden demnach getötet, die augenscheinlich gesunden aber zum chinesischen Neujahrsfest verkauft.

Die Geflügelpest breitet sich derzeit in mehreren Staaten Südostasiens aus. Inzwischen verhängten auch Singapur und Malaysia einen Importstopp für Geflügel aus Thailand, nachdem dort ein Mann offenbar an Vogelgrippe gestorben war. Am Freitag hatte die Europäische Union mit sofortiger Wirkung ein Einfuhrverbot für thailändische Geflügelprodukte verhängt.

Vor sieben Jahren 1,5 Millionen Hühner getötet

Bereits 1997 griff der Geflügelpest-Erreger auf Menschen in Hongkong über. 18 Personen erkrankten, sechs von ihnen starben. Ein weiteres Ausbreiten der Geflügelpest konnte damals nur durch Massenschlachtungen verhindert werden. Innerhalb von drei Tagen wurden rund 1,5 Hühner getötet.(APA/red)

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