Argentinien: Knochenfunde in Militärcamp

27. Jänner 2004, 13:25
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Mögliche Überreste von getöteten politischen Gefangenen

Buenos Aires - In einem argentinischen Militärcamp bei Buenos Aires haben Experten Skelettreste ausgegraben, die sehr wahrscheinlich von Menschen stammen. Bei den Grabungen seien ein Schulterblatt, Fingerglieder, Knochenreste von Extremitäten und ein gebrochener Hüftknochen zu Tage gefördert worden, verlautete am Freitag aus Justizkreisen. Untersuchungen sollen nun Aufschluss darüber geben, um wie viele Tote es sich handelt, und die Identität der Opfer klären.

In dem Lager waren nach Angaben aus der Bevölkerung während der Diktatur von 1976 bis 1983 politische Gefangene interniert. Ein Bundesrichter in Campana rund 65 Kilometer nördlich der Hauptstadt hatte die Ermittlungen angeordnet, nachdem die für Menschenrechtsfragen zuständige Unterstaatssekretärin Sara Dorotier Hinweise auf das geheime Gefangenenlager erhalten hatte; demnach wurden die Häftlinge nach ihrer Ermordung dort verscharrt. Das Lagergelände wurde nach dem Ende der Militärdiktatur verkauft und ist heute Privateigentum.(APA)

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