Paris könnte 3000 Soldaten entsenden

26. Jänner 2004, 09:30
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Auch militärischer Einsatz in Afghanistan geplant

Hamburg - Die französische Armee bereitet sich nach Informationen des deutschen Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" auf einen größeren Einsatz im Irak vor. Geplant sei die Entsendung einer Brigade mit einer Stärke von rund 3000 Mann, berichtete das Magazin im Voraus unter Berufung auf die NATO in Brüssel. Grund für den Sinneswandel der früheren Irak-Kriegsgegner in Paris sei nach Ansicht von Berliner Regierungsbeamten der jüngste Besuch von Frankreichs Verteidigungsministerin Michele Alliot-Marie in Washington. Dort sei ihr offenbar vermittelt worden, dass als Friedensgeste gegenüber der US-Regierung nur noch Truppen für den Irak akzeptiert würden.

"Enormer Druck" auch auf deutsche Regierung

"Der Druck ist enorm", auch deutsche Soldaten in den Nahen Osten schicken zu müssen, zitierte das Magazin ein Kabinettsmitglied in Berlin. Erster Test für Rot-Grün sei in diesem Zusammenhang die Absicht der NATO, das Hauptquartier der schnellen Eingreiftruppe der Allianz aus Mönchengladbach in den Irak zu verlegen. Dem Stab gehören 48 deutsche Offiziere an, über deren Entsendung der Bundestag entscheiden müsse. Vorgespräche würden bereits Ende kommender Woche bei einem informellen Treffen der NATO-Verteidigungsminister am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz beginnen; ein formaler Beschluss solle nach dem Zeitplan der NATO Ende Juni auf dem Gipfel des Bündnisses in Istanbul fallen.

Auch ein weiterer Kurswechsel Frankreichs bringt die deutsche Regierung laut "Spiegel" in Verlegenheit. Paris plane, den Stab des französisch-deutsch geführten Eurokorps für den NATO-Einsatz in Afghanistan bereitzustellen. Bisher hatte Frankreich ein substanzielles Engagement am Hindukusch abgelehnt. Die Übernahme des Führungsrolle in Kabul würde für die Bundeswehr eine erneute Aufstockung ihres Kontingents von derzeit rund 1900 Soldaten erfordern. (APA)

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