Projektleiter Schmidt: "Jetzt geht's erst richtig los"

29. April 2004, 13:27
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Ab 20. April sucht das Radar-Gerät der Sonde nach untermarsianischen Seen und Ozeanen

Wien - "Wir haben das Fragezeichen in ein Rufzeichen verwandelt", kommentierte der aus Österreich stammende Mars Express-Projektleiter Rudolf Schmidt die Entdeckung von Wasser auf dem Mars. Es seien erstmals wirklich Wassermoleküle und nicht - wie bisher - einzelne Elemente nachgewiesen worden. Nun sei die Spannung bei der europäischen Weltraumorganisation ESA auf dem Siedepunkt, ab 20. April beginnt nämlich die Suche nach untermarsianischen Seen und Meeren.

Bisher sei der Mars auf Grund der herrschenden guten Lichtverhältnisse vor allem mit den Kameras untersucht worden, darunter auch die Infrarot-Augen, welche Wasser auf dem Südpol und Wasserdampf in der Atmosphäre des Mars aufgespürt haben, so Schmidt. Für den Blick in die Tiefe wird das Radar-Instrument eingesetzt, und das soll zum Zug kommen, wenn die Lichtverhältnisse schlechter werden. Denn Radar braucht kein Licht.

Radar

Ab 20. April sollen dann die für den Betrieb des Radar-Instruments nötigen 40 Meter lange Stangen ausgefahren werden. "Mittels Radar können wir nicht nur Wasser an der Oberfläche finden, sondern auch vier Kilometer tief unter die Oberfläche blicken", so der Experte. Bisher gibt laut Schmidt lediglich Spekulationen über größere Wasseransammlungen auf dem Mars.

Wasser in großen Mengen wäre aber unabdingbare Voraussetzung für die Errichtung von Marsstationen oder gar die Besiedelung des Roten Planeten. Dabei wäre es nicht nur für die Versorgung der Astronauten nötig, auch Treibstoff - Wasserstoff - könnte aus Wasser gewonnen werden.

Worte zur "Konkurrenz"

Dass nach "Beagle II" nun auch der amerikanische Rover schweigt, ist für Schmidt traurig, kommt aber doch nicht so überraschend. "Eine Landung auf dem Mars ist beileibe keine Routine - es bleibt eine äußerst heikle Angelegenheit", so der Experte. Schmidt ist derzeit unterwegs nach Los Angeles, um die Ankunft des zweiten Rover auf dem Mars im Kreise der NASA-Experten mitzuerleben. "Wir können und sollten noch viel von einander lernen", ist Schmidt überzeugt.(APA)

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