Euro sinkt unter 1,27 Dollar

26. Jänner 2004, 17:47
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Neuer Höhenflug unterbrochen - Euro-Stärke soll aber laut Experten weiter anhalten

Frankfurt (APA/dpa) - Der Euro hat am Freitag seinen neuen Höhenflug unterbrochen und ist wieder unter die Marke von 1,27 Dollar gerutscht. Bis zum Nachmittag entfernte sich die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,2685 Dollar deutlich von ihrem am Morgen erreichten Tageshoch bei 1,2774 Dollar.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2692 (Donnerstag: 1,2710) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7879 (0,7868) Euro. Devisenexperten beurteilen den leichten Kursrückgang des Euro angesichts eines Wochengewinns von knapp 4,5 US-Cent unterdessen als eine gesunde Verschnaufpause.

"Keine Trendumkehr"

"Das ist keine Trendumkehr", sagte Devisenanalyst Dieter Schwarz von HelabaTrust. Bereits in der kommenden Woche dürfte der Euro einen neuerlichen Anlauf auf die erst in der Vorwoche erreichte alte Höchstmarke bei 1,29 Dollar nehmen. Für den jüngsten Rückgang gebe es keine fundamentalen Gründe.

Nach einem kräftigen Wochenspurt sei die leichte Dollarstabilisierung eine "ganz normale Marktreaktion". Einige Händler lösten vor dem Wochenende bestehende Positionen auf.

BNP Paribas: Euro-Stärke dauert an

Auch Devisenstratege Ian Stannard von BNP Paribas geht von einem weiter sehr starken Euro aus. Die kritischen Aussagen von Währungshütern und Politikern im Hinblick auf den jüngsten Höhenflug, die den Euro in der Vorwoche noch um gut 5 US-Cent gedrückt hatten, dürften keine lang anhaltenden Folgen haben, sagte Stannard.

Devisenexperte Rainer Sartoris vom Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt sieht den Trend ebenso. Der Euro halte lediglich inne und stabilisiere sich auf hohem Niveau. Auf mittlere Sicht sei aber weiter ein "geordneter Rückzug" des Dollar zu erwarten. In der Spitze dürfte der Euro noch vor den US-Präsidentschaftswahlen im Herbst auf 1,35 Dollar steigen.

Intervention der EZB gefordert

Angesichts des hohen Eurokurses fordert unterdessen der Wirtschaftswissenschaftler Hans-Werner Sinn eine Intervention der EZB. "Durch einen Verkauf von 30 Milliarden Euro können die Währungshüter den Kurs nachhaltig um zehn Prozent drücken", sagte der Präsident des Münchner ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung der Tageszeitung "Wiesbadener Kurier" (Samstagausgabe).

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6891 (0,6888) britische Pfund, 134,48 (135,27) japanische Yen und 1,5659 (1,5673) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 409,00 (409,25) Dollar notiert. Der Kilobarren kostete 10.390 (10.395) Euro. (APA)

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