Tchibo muss Beiersdorf-Aktionären kein Pflichtangebot machen

23. Jänner 2004, 19:30
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Finanzmarktaufsicht sieht kein abgestimmtes Verhalten der Erwerber

Frankfurt - Das Konsortium unter Führung des Kaffeespezialisten Tchibo muss im Zusammenhang mit dem Erwerb des Beiersdorf-Anteils nach Angaben der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kein Übernahmeangebot an die außen stehenden Beiersdorf-Aktionäre machen.

Die intensiven Untersuchungen der BaFin hätten keine Beweise für ein abgestimmtes Verhalten der Erwerber ergeben, teilte die Behörde am Freitag mit.

Pflichtangebot ab 30 Prozent

Nach geltendem Recht muss den außen stehenden Aktionären ein Übernahmeangebot gemacht werden, wenn ein Investor 30 Prozent oder mehr an einem anderen Unternehmen erwirbt. Ein solches Angebot war von dem Konsortium nicht unterbreitet worden.

Der Allfinanzkonzern Allianz hatte im Oktober vergangenen Jahres 32,6 Prozent an Beiersdorf an das Konsortium von Tchibo, einer städtischen Gesellschaft für Beteiligungsverwaltung und einer Pensionskasse von Beiersdorf verkauft. Tchibo übernahm 19,6 Prozent und stockte seine Beteiligung damit auf knapp unter 50 Prozent auf.

Das Konsortium war gebildet worden, um Beiersdorf vor einer Zerschlagung zu retten, die bei einem Verkauf an einen ausländischen Konkurrenten gedroht hätte. (APA/Reuters)

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