Der Relaunch mit Erotik

28. Jänner 2000, 23:05

Der neue "Wiener" für den "urbanen" Mann

"Wir wollen gehobene Erotik, nicht Schmuddelsex bieten." Gerhard Koller, Co-Geschäftsführer des neu gestalteten Magazin-Klassikers Wiener, umreißt die neue Linie des Blattes, das nun erstmals nicht im Metro-Verlag sondern bei Radda & Dressler erschien.

Der Wiener wurde einem Relaunch unterzogen. Für die Optik zeichnet der Grafiker Herbert Winkler, der schon dem britischen Konsum-Kultmagazin Wallpaper sein Aussehen gab, verantwortlich. Das Blatt soll nun "den urbanen, kreativ dynamischen Mann des 21. Jahrhunderts" ansprechen, so Koller. Einen Mann, "der in der Lage ist, Geld auszugeben". Zumindest einmal 40 Schilling für das Magazin.

Der Wiener präsentiert sich als "Special-Interest"-Magazin. Koller erwartet 50.000 verkaufte Exemplare und eine Verbreitung von 80.000 Stück. Der "alte" Wiener, der keine speziellen Zielgruppen ansprechen wollte, verkaufte laut Angaben des Radda & Dressler-Verlags zuletzt 70.000 Hefte. Die kleine Stammmannschaft, die nicht vom "alten" Wiener übernommen wurde, soll das Heft mit Hilfe eines "Autoren-Zulieferersystems" produzieren. Die schlechten Erfahrungen, die der Verlag mit dem Männermagazin Ego gemacht hat (es wurde 1995 eingestellt), sind für Koller kein Grund zur Panik: "Das war sexistisch. Heute verkauft sich das ja gar nicht mehr." Diesen Fehler werde man nun, "in Zeiten des Postfeminismus" (so Chefredakteur Peter Mosser) nicht mehr begehen.

Koller denkt daran, gemeinsam mit zwei anderen Radda & Dressler-Magazinen, Diva und Diners Club, einen "Magazin-Ring" zu bilden. Marketingideen würde er dadurch besser umsetzen können. (pi)

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