Erste Urabstimmungen bei deutschen Tageszeitungen am Dienstag

27. Jänner 2004, 19:38
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Nach gescheiterten Gehaltsverhandlungen erste Streiks seit 1989 geplant

Im Tarifkonflikt bei den deutschen Tageszeitungen werden die Gewerkschaften DJV und ver.di ihre Mitglieder in der kommenden Woche zu ersten Urabstimmungen aufrufen. Die deutschlandweite Abstimmung über Streiks werde am Dienstag in ausgewählten Betrieben in Bayern beginnen und am Mittwochnachmittag abgeschlossen sein, sagte ver.di-Verhandlungsführer Frank Werneke am Freitag in Frankfurt. Das Ergebnis werde dann am Mittwochabend bekannt gegeben.

"Die notwendigen Mehrheiten erreichen"

"Ich gehe davon aus, dass wir insgesamt die notwendigen Mehrheiten erreichen", sagte Werneke. Ver.di braucht eine Mehrheit von 75 Prozent, beim DJV sind es zwei Drittel der Mitglieder. Wie viele Verlage in die Urabstimmung einbezogen werden, steht laut ver.di noch nicht fest. Ebenso sei noch nicht entschieden, wann die Streiks beginnen werden. Von kurzen Arbeitsniederlegungen bis längeren Streiks seien alle Optionen möglich, betonte Werneke. Es wären die ersten Streiks bei deutschen Zeitungsverlagen sei 1989.

Die fünfte Verhandlungsrunde war vor einer Woche ohne Ergebnis abgebrochen worden. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) will die Gehälter der rund 14.000 Redakteure bis zum 31. Juli 2005 einfrieren. Außerdem soll das Urlaubsgeld auf 75 Prozent eines Monatsgehalts begrenzt werden. Die Urlaubsdauer soll von derzeit bis zu 35 Tagen auf 30 reduziert werden. Zudem sind längere Arbeitszeiten im Gespräch. Die Gewerkschaften lehnen diese Forderungen ab. Sie verlangen von den Arbeitgebern, den Manteltarifvertrag unverändert wieder in Kraft zu setzen und die Einkommen moderat zu erhöhen. (APA/dpa)

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