"Krieg ist dada"

29. Jänner 2004, 12:08
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ARBOS entwirft langfristiges Motto für künftige Spielpläne

Klagenfurt - Unter das Generalmotto "Krieg ist dada" stellt ARBOS, die Gesellschaft für Musik und Theater, ihren diesjährigen Spielplan. "Das wird überhaupt das Generalthema für die kommenden Jahre werden", sagte der künstlerische Leiter Herbert Gantschacher am Freitag. Die Produktion "Krankheit Krieg" erlebt am 28. Juni in Salzburg ihre Uraufführung. "Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke" wird am 3. April in Wien uraufgeführt.

Anlässe

Bei der Beschäftigung mit Viktor Ullmann stieß Gantschacher eigenen Angaben zufolge auf zahlreiche Künstler, die Anfang des 20. Jahrhunderts aktiv waren und heute vergessen sind. "Dazu kommt, dass das Attentat auf Franz Ferdinand in Sarajevo sich heuer zum 90. Mal jährt, das den Ersten und in der Folge natürlich auch den Zweiten Weltkrieg ausgelöst hat", erklärte Gantschacher vor Journalisten in Klagenfurt. "Krankheit Krieg" sei die logische Folge gewesen, das Motto habe er einem Essay des Pazifisten Romain Rolland entnommen.

In "Krankheit Krieg" werden Szenen, Texte und Gedichte von France Bevk, Georg Trakl, Georg Heym, August Stramm und anderen sowie Arbeiten der italienischen Futuristen von Marinetti über Settimelli bis Chiti verwendet. Befürworter und Gegner bzw. Opfer des Krieges würden in dem Stück miteinander konfrontiert, erklärte Gantschacher. Nach der Uraufführung im "Toihaus Salzburg" am 28. Juni wird die Produktion auch beim Theaterfestival im slowenischen Bovec zu sehen sein.

Shakespeare neu interpretiert

Die erste ARBOS-Uraufführung des Jahres ist aber das Stück "Weißer Schnee bedeckt des Lebens Röte" am 26. März im Wiener "Theater des Augenblicks". Es handelt sich dabei, so Gantschacher, um eine Neuinterpretation von Shakespeares Sonetten. Die Musik stammt von Werner Raditschnig, die Sonette werden in Verbindung von Sprache, Tanz und Gesang modern interpretiert. Im Mai wird das Stück dann in Salzburg gespielt, im Oktober und Dezember in Kärnten in der "neuebühnevillach". Auch Rilkes "Cornet" wird von ARBOS "umgearbeitet", und zwar in eine vorwiegend visuell orientierte Produktion. Regie führt der US-Regisseur Tim McCarty, auf der Bühne zu sehen sind Schauspieler aus Singapur, Großbritannien, Island, Polen, Tschechien und Österreich.

Wieder in den Spielplan aufgenommen wurden "Die Fremden" und "Schnee und Tod" von Dzevad Karahasan. Auch sein Stück "Am Rande der Wüste" kommt wieder auf die Bühne, alle drei Produktionen werden in Villach aufgeführt, "Am Rande der Wüste" auch beim Hallein-Festival des Kulturforums Hallein. Im Herbst macht ARBOS wieder einen Ausflug nach Polen, wo das Gehörlosentheaterstück für Kinder "Ich sehe was, was Du nicht siehst", wieder aufgenommen wird. (APA)

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