Klon-Banteng der Öffentlichkeit vorgestellt

24. Jänner 2004, 19:00
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... aus der Reihe Reproduktion bedrohter Tierarten durch tiefgefrorene Zellen

San Diego - Das vor acht Monaten geborene Klon-Banteng-Wildrind Jahava ist diese Woche im San Diego Zoo der Öffentlichkeit vorgestellt worden, meldet die New York Times. Das Wildrind-Junge ist der Klon eines vor 23 Jahren gestorbenen nachwuchslosen Banteng-Bullen (Bos javanicus). Diese Wildrind-Spezies, die in Indonesien lebt, ist vom Aussterben bedroht. Mit dieser Aktion wollen die Wissenschaftler zeigen, dass seltene Tiere mithilfe von Gentechnologie vom sicheren Aussterben bewahrt werden können.

Jahava war zuvor im San Diego Wild Animal Park untergebracht. Sein "Vater" war ebenfalls aus dem San Diego Zoo und kam dort 1974 auf die Welt. "Obwohl Jahava wie ein Banteng aussieht, hat er das genetische Material einer Kuh", meint der Genetiker Oliver Ryder von der Zoologischen Gesellschaft San Diegos, denn Jahava wurde von einer Iowa-Kuh ausgetragen. Erst wenn Jahava sich erneut mit einem anderen Banteng paart, entsteht ein genetisch reiner Banteng. Jahavas Vater war 1980 nach heftigen Kämpfen mit anderen Artgenossen verendet. Damals wurde das Genmaterial aus der Haut des Bullen entnommen und in flüssigem Stickstoff im "Frozen Zoo" des San Diego Center for Reproduction of Endangered Species eingelagert. Im "gefrorenen Zoo" lagern derzeit bei minus 195 Grad Celsius mehr als 3.200 Proben von 355 verschiedenen Säugetier-Spezies.

Der Genetiker Oliver Ryder ist begeistert über die Möglichkeit, bedrohte Tierarten durch tiefgefrorene Zellen zu reproduzieren. Umweltschützer kritisieren aber immer wieder das Klonen gefährdeter Arten: sie sind der Ansicht, dass diese Methode vom eigentlichen Gedanken der Lebensraumerhaltung von Lebewesen ablenke. (pte)

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    Das Kalb kurz nach der Geburt

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