Wiener Polizei ermittelt gegen Babysitter

25. Jänner 2004, 19:26
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Mann verging sich mindestens an acht Buben - weitere Opfer werden befürchtet

Wien - Ein Opfer erzählte seiner Mutter vom unangenehmen Verhalten des Babysitters: So wurde in Wien ein neuer Fall von Kindesmissbrauch bekannt. An mindestens acht Buben soll sich ein Babysitter im Raum Wien vergangen haben.

Die Polizei wurde auf den 20-jährigen Jakob S. aus Wieden aufmerksam, nachdem eine Mutter im November Anzeige erstattet hatte: Sie gab an, dass der Babysitter ihren vierjährigen Sohn sexuell missbraucht hätte. Das Kind hatte sich der Mutter anvertraut, obwohl es vom mutmaßlichen Täter - wie stets in solchen Fällen - zum Schweigen aufgefordert worden war.

Kinderpsychologische Gutachten

Der Mann jobbte auch bei anderen Familien und die Kriminalisten wurden auch dort fündig: Wie bei dem Vierjährigen weisen bei sieben weiteren Buben Erhebungen und kinderpsychologische Gutachten eindeutig darauf hin, dass ein Missbrauch durch den Mann stattgefunden hat.

Der Verdächtige hatte in Foren im Internet und in Kindergärten seine Dienste als Babysitter angeboten - privat, er wurde durch keinen Babysitterdienst vermittelt. Bei einer Hausdurchsuchung wurde auf dem Computer des Mannes weiteres belastendes Material gefunden - pornografische Abbildungen von Kindern. Die Dateien stammen alle aus dem Internet, seine eigenen Missbrauchsopfer hat er nicht fotografiert.

Weitere Opfer werden befürchtet

Der Verdächtige sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft, streitet aber die massiven Vorwürfe gegen ihn ab. Es wird befürchtet, dass der 20-Jährige noch weitere Kinder missbraucht haben könnte.

Betroffene können sich an das Kriminalkommissariat Mitte wenden, Telefon (01) 313 10-43800 (Journaldienst) oder 313 10-43520 (Gruppe Eistel). (APA, lev, DER STANDARD Printausgabe 24/25.1.2004)

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