DVD-Industrie zieht im DeCSS-Streit zurück

30. Jänner 2004, 12:31
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Klage wegen Veröffentlichung der Software zur Entschlüsselung von DVDs fallen gelassen

Zu einer überraschenden Wendung im DeCSS-Rechtsstreit hat sich nun offenbar die DVD Copy Control Association (DVD CCA) entschlossen. Wie die Electronic Frontier Foundation bekannt gegeben hat, hat die Industrie-Vertretung die Klage gegen Andrew Bunner wegen der Verbreitung der Software fallengelassen.

Vorgeschichte

Die DVD CCA gibt sich über die Gründe für den Rückzieher im bereits vier Jahre andauernden Streit wenig auskunftsfreudig: Man wolle die eigene Strategie "weiterentwickeln" hieß es, da sei dieser Rechtsstreit nicht mehr notwendig. Bisher hatte die DVD CCA eigentlich ganz gute Karten, schließlich hatte der oberste kalifornische Gerichtshof vergangenes Jahr bestätigt, dass die Code-Veröffentlichung nicht automatisch durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sei.

Beispielhaft

Zur Wendung beigetragen haben dürfte aber wohl auch die Niederlage im Verfahren gegen den DeCSS-Entwickler Jon Lech Johansen (der WebStandard berichtete), der seinen Rechtsstreit Anfang Januar gewonnen hatte. (red)

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