Mittels Magnetresonanz erstmals sichtbare Arteriosklerose

28. Jänner 2004, 14:28
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... bei lebenden Mäusen gelungen

Würzburg - Medizinern und Biophysikern von der Universität Würzburg ist es erstmals gelungen die Verkalkung der Blutgefäße, Arteriosklerose genannt, mittels Magnetresonanz (MR) bei lebenden Mäusen sichtbar zu machen. Dabei konnten die Forscher die Störungen, die durch die Bewegungen des Herzmuskels und der Aorta sowie die Atembewegungen entstehen, ausschalten. Die Wissenschaftler wollen jetzt mit Langzeitstudien die Mechanismen aufdecken, die an der Entstehung oder Rückbildung der Arteriosklerose beteiligt sind, berichtet die Universität.

"Die Qualität der Bilder ist so gut, dass sich die Gefäßwand und das Innere der Aorta sowohl im Brust- als auch im Bauchbereich sehr detailliert darstellen lassen", erklärt der Mediziner Frank Wiesmann, der die Experimente leitete. "Auf den Bildern sind auch arteriosklerotische Veränderungen zu sehen", führt der Experte aus. Die Wissenschaftler haben Mäuse benutzt, denen ein entscheidendes Gen für den Cholesterinstoffwechsel fehlt. Dadurch entstehen in den Blutgefäßen der Tiere automatisch arteriosklerotische Ablagerungen (Plaques), die denen beim Menschen sehr ähnlich sind. Die Arteriosklerose entsteht zuerst in den Regionen der Aorta, die ganz nah beim Herzen liegen.

Methode

Um die Störungen, die während der normalen Atmung entstehen, zu verringern, mussten die Forscher die Bildgebung auf das EKG abstimmen und mit der Atembewegung synchronisiert durchführen. Wiesmann hat diese Methode in Kooperation mit dem Würzburger Lehrstuhl für Biophysik entwickelt. "Das Verfahren eignet sich hervorragend, um diese Krankheitsprozesse im Gefäßsystem sehr detailliert zu verfolgen", erklärt der Wissenschaftler. Darüber hinaus können die Experten nun besser untersuchen, welche Rolle bestimmte Gene, Proteine oder Enzyme bei der Entstehung der Arteriosklerose spielen.

Im schlimmsten Fall kann eine Arterie völlig verstopft sein, so dass die normalerweise von ihr versorgten Gewebe keinen Sauerstoff mehr bekommen. Das kann einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen. (pte)

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