Kolumbien: Heftige Kämpfe in Drogenanbaugebiet

27. Jänner 2004, 07:09
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Mindestens 40 Tote bei Kämpfen zwischen linken Rebellen und rechten Paramilitärs - Zahlreiche Zivilisten auf der Flucht

Bogota - Bei schweren Kämpfen zwischen linken Rebellen und rechten Paramilitärs um die Kontrolle des Drogenanabaus sind im Norden Kolumbiens mindestens 40 Menschen getötet worden. Guerilleros der marxistischen "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) und des an Kuba orientierten "Nationalen Befreiungsheeres" (ELN) hätten sich erbitterte Gefechte mit Mitgliedern der "Einheiten zur Selbstverteidigung Kolumbiens" (AUC) geliefert, teilte ein Sprecher des nationalen Menschenrechtsbeauftragten am Donnerstag mit. Dabei sei es um die Kontrolle des kleinen Ortes San Juan de César in der Provinz La Guajira gegangen.

In der Umgebung des Ortes werden Kokasträucher angebaut, aus deren Blättern die Rohmasse für Kokain gewonnen wird. Zudem führen wichtige Routen für Drogenschmuggler durch die Gegend in der Nähe der Grenze zu Venezuela. Die Kämpfe hätten bereits vor einigen Tagen begonnen. Zahlreiche Zivilisten befanden sich auf der Flucht. Das Militär teilte mit, es seien Soldaten in die Region unterwegs.

Steckbriefe auf Brettspielen

Die Regierung setzt im blutigen Konflikt mit den linken Rebellen jetzt auch auf Spiele wie Schach, Würfeln und Dart. Insgesamt sollen eine Millionen Steckbriefe verteilt werden, auf deren Rückseite Zielscheiben, Schachfelder und andere Brettspiele aufgedruckt sind, teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Ganz oben auf der Liste der insgesamt mehr als 50 gesuchten Rebellen steht der Chef der marxistischen "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC), Manuel Marulanda alias Tiro Fijo (Blattschuss). Die Lösegelder belaufen sich auf insgesamt umgerechnet zwei Millionen Euro. (APA/dpa)

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    Ein Bauern inmitten eines Koka-Feldes.

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