Streit unter österreichischen Libyen-Freunden

23. Jänner 2004, 18:22
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Nach Querelen mit und über Jörg Haider gibt es jetzt zwei Freundschaftsgesellschaften

Wien - Unter österreichischen Libyen-Freunden weht nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Presse" (Freitag-Ausgabe) ein rauer Wind. Nach langem Streit mit und über Jörg Haider (F) gibt es jetzt zwei österreichisch-libysche Freundschaftsgesellschaften.

Der Wiener Architekt Helmut Holezius hatte im April 2001 die "Österreich-Libysche Gesellschaft" (ÖLG) gegründet. Er selbst wurde Generalsekretär. Ein Jahr später - offenbar auf Drängen der Libyer - wurde Kärntens Landeshauptmann Haider Präsident der Gesellschaft.

Verein gelöscht

Wegen eines Formalfehlers wurde die ÖLG dann von Amts wegen gelöscht. Man begann aber gleich wieder mit den Vorbereitungen zu einer Neugründung. Dies wollte eine Gruppe von Mitgliedern (darunter einige Abgeordnete, aber auch Libyer) nutzen, um Haider als Präsidenten abzusetzen. Ein Anruf von höchster Stelle aus Tripolis habe dann aber klargestellt, Haider müsse an der Spitze bleiben, schreibt "Die Presse".

Die Differenzen zwischen den Haider-Getreuen und den anderen Mitgliedern seien immer größer geworden. Holezius dazu: "Haider wollte nicht, dass jemand andere Ideen als er selber hat, und er hat immer mehr die Gesellschaft als seinen Privatverein geführt."

Im Frühjahr 2003 explodierte der Konflikt schließlich. "Statutenwidrig", so Holezius, habe ihn Haiders Anwältin bei einer Generalversammlung abgesetzt.

Im Herbst gründete Holezius die "Gesellschaft für österreichisch-libysche Beziehungen". Er selbst wurde Generalsekretär, zur Präsidentin wurde Karin Fussi ernannt. Fussi ist Repräsentantin einer libyschen Tourismus- und Investmentfirma in Österreich. (APA)

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