Hazara-Minderheitenführer will afghanischer Präsident werden

25. Jänner 2004, 16:03
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Regierung kündigt umfangreiches Investitionsprogramm an

Kabul - Ein politischer Führer der schiitischen Minderheit der Hazara will für das Präsidentenamt in Afghanistan kandidieren. "Ich möchte zeigen, dass es kein Verbrechen mehr ist, in diesem Land ein Hazara zu sein", sagte Planungsminister Mohammed Mohakik am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Er vertraue darauf, dass "das afghanische Volk nicht länger an ethnische Diskriminierung glaubt". Mohakik werden enge Verbindungen zur iranischen Regierung nachgesagt.

Etwa eine Million der schätzungsweise 24 Millionen Afghanen sind Hazara. In der Vergangenheit wurden die mongolischstämmigen Hazara in Afghanistan benachteiligt. Besonders unter der sunnitischen Taliban-Herrschaft hatte das mehrheitlich schiitische Volk zu leiden. Präsident Hamid Karsai, der als Favorit der für Juni geplanten Wahl gilt, gehört wie 40 Prozent der Afghanen dem Mehrheitsvolks der Paschtunen an.

Der afghanische Innenminister Ali Ahmed Jalali kündigte am Donnerstag eines der größten Investitionsprogramme in der Geschichte des Landes an. Insgesamt 160 Millionen Dollar (126 Millionen Euro) sollten in alle Bezirke des Landes fließen, um die kriegszerstörte Infrastruktur wiederaufzubauen. Das Investitionsprogramm diene der Stabilisierung Afghanistans; ausgegeben werden solle das Geld vor allem für Verwaltungsgebäude, Postämter, Telefon- und Telegrafenleitungen, Moscheen, Büchereien, Konferenzhallen und das Bankwesen. Der Plan ist das größte Wiederaufbauprojekt seit Fertigstellung der Straße zwischen Kabul und Kandahar im vergangenen Monat. (APA)

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