"Entführte" Oberösterreicherin gefunden

23. Jänner 2004, 21:15
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17-Jährige wollte einer anderen Zwangsehe als die Eltern der Polizei erzählten entgehen

Linz - Anders als erwartet endete die Geschichte einer 17-jährigen Oberösterreicherin, die im vergangenen November angeblich aus Bad Ischl entführt worden ist. Der Teenager wurde in Frankreich gefunden. Sie sei allerdings freiwillig mitgekommen, sagte sie der französischen Polizei.

Zur Frau versprochen

Die Eltern des Mädchens hatten ausgesagt, ein 23-Jähriger, dem sie schon als Kind zur Frau versprochen worden sei, habe mit zwei Bekannten ihre Tochter verschleppt. Die oberösterreichischen Behörden leiteten eine europaweite Fahndung ein, die beiden Bekannten des Mannes konnten gefunden werden. Die 17-Jährige blieb jedoch spurlos verschwunden.

Ein anderer Bräutigam

Vor einigen Tagen meldete sie sich telefonisch bei den Eltern, die Polizei lokalisierte daraufhin den Aufenthaltsort. Bei der Befragung stellte sich heraus, dass sie von ihren Eltern einem anderen Bräutigam als dem angeblichen Entführer versprochen worden war. Dieser Zwangsheirat wollte sie entgehen, daher riss sie von zu Hause aus. Bis auf weiteres will die 17-Jährige bei ihrem Freund in Frankreich bleiben. (moe, DER STANDARD Printausgabe 23.1.2004)

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