"Kundl unter Kostendruck"

22. Jänner 2004, 19:27
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Novartis-Chef Vasella will aber weiter in Tirol investieren

Der Pharmakonzern Novartis mit Sitz in Basel will stärker wachsen als der Markt und auf Sicht den US-Konkurrenten Johnson&Johnson von der vierten Stelle der Weltrangliste verdrängen.

Für den Standort in Kundl, der innerhalb des Konzerns die zentrale Schaltstelle für Nachbau-Medikamente (Generika) ist, hatte Novartis-Chef Daniel Vasella eine schlechte und eine gute Nachricht. "Kundl kommt zunehmend unter Kostendruck, vor allem durch die harte Konkurrenz aus Indien und China". Das Werk müsse zusehen, dass es qualitativ ganz an der Spitze stehe.

Weiter investieren

Um das sicherzustellen, soll in Kundl und im nahe gelegenen Schaftenau weiter investiert werden. Jedenfalls dürfte die Forcierung höherwertiger Generika auch mit der Neueinstellung von Mitarbeitern einhergehen. Derzeit sind bei Sandoz, dem Generikazweig von Novartis, in Österreich rund 2700 Mitarbeiter beschäftigt, 2400 davon in Kundl, der Rest in Schaftenau und Wien. Insgesamt beschäftigt Novartis Austria rund 3000 Mitarbeiter.

2003 hat Novartis mit weltweit knapp 79.000 Mitarbeitern den Umsatz um 19 (in lokaler Währung elf) Prozent auf 24,9 Mrd. Dollar (20 Mrd. Euro) gesteigert. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 16 Prozent auf 5,9 Mrd. Dollar - das siebente Rekordergebnis in Folge. Die Dividende wird auf einen (2002: 0,95) Schweizer Franken angehoben. Die Beteiligung am Basler Konkurrenten Roche hat Novartis indes auf 33,33 Prozent erhöht. Bei einem weiteren Aktienzukauf muss ein Pflichtangebot an alle Aktionäre erfolgen. (DER STANDARD Printausgabe, 23.1.2004)

Günther Strobl aus Zürich
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