Ruanda: Lebenslänglich für Ex-Bildungsminister

25. Jänner 2004, 17:06
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UNO-Tribunal spricht Kamuhanda des Völkermordes schuldig

Arusha - Wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist am Donnerstag der ehemalige ruandesische Bildungsminister Jean de Dieu Kamuhanda zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das UNO-Kriegsverbrechertribunal im tansanischen Arusha befand den Ex-Minister für schuldig, Angriffe von Soldaten und der Hutu-Miliz Interahamwe auf Flüchtlinge in einer Kirche und einer Schule im zentralruandesischen Gikomero persönlich geleitet zu haben, wie die Nachrichtenagentur Hirondelle meldete.

Angeklagter gab an, zur Zeit des Massakers nicht vor Ort gewesen zu sein

Der 51-jährige Kamuhanda hatte angegeben, er sei während der Massaker gar nicht in Gikomero gewesen. Richter William Hussein Sekule glaubte jedoch Zeugen, die aussagten, ihn dort gesehen zu haben. Kamuhanda war im November 1999 in Frankreich festgenommen und im März 2000 nach Arusha gebracht worden. Der Prozess hatte im April 2001 begonnen.

In Ruanda wurden nach offiziellen Angaben zwischen April und Juli 1994 bis zu einer Million Menschen getötet. Die meisten von ihnen waren Angehörige der Tutsi-Minderheit, aber auch oppositionelle Hutu wurden massakriert. Auslöser für den Völkermord war ein Flugzeugabsturz im April 1994, bei dem der ruandesische Präsident Juvenal Habyarimana, ein Hutu, ums Leben kam. (APA)

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