Hungerstreik von Palästinensern gegen israelische Haftbedingungen

25. Jänner 2004, 14:48
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Massive Kritik der Häftlinge - Proteste von Palästinensern am Grenzübergang Erez gegen Schikanen bei der Einreise nach Israel

Jerusalem/Erez/Bethlehem - Mehr als 7000 Palästinenser in israelischen Gefängnissen und Gefangenenlagern sind am Donnerstag aus Protest gegen ihre Haftbedingungen in einen 24-stündigen Hungerstreik getreten. Sie wollten auf Mängel bei der medizinischen Versorgung und andere Probleme aufmerksam machen, sagte der Vorsitzende einer Gefangenen-Hilfsorganisation, Issa Karakea.

Die Hungerstreikenden protestierten zudem dagegen, dass die israelischen Strafvollzugsbehörden kürzlich in den Besucherräumen der Anstalten Trennscheiben aus Glas anbrachten, um den direkten Kontakt zwischen den Gefangenen und ihren Besuchern zu unterbinden.

Proteste von Palästinensern am Grenzübergang Erez

Palästinensische Arbeiter aus dem Gaza-Streifen haben am Donnerstag am Grenzübergang Erez gegen die Einreisebeschränkungen der israelischen Behörden protestiert. Soldaten feuerten Gummigeschoße ab und gingen mit Tränengas gegen die Demonstranten vor. Es kam zu einem Handgemenge, bei dem etwa zehn Palästinenser leicht verletzt wurden. Es handelte sich bereits um die dritte Protestaktion dieser Art binnen vier Tagen. Die Teilnehmer warfen Israel mutwillige Schikanen vor.

Selbstmordattentat vom 14. Jänner

Am Grenzübergang Erez hatte sich eine Hamas-Aktivistin am 14. Jänner in die Luft gesprengt und vier Israelis - drei Soldaten und einen Wachmann - mit in den Tod gerissen. Anschließend blieb der Kontrollpunkt mehrere Tage geschlossen, danach wurden die Sicherheitsvorkehrungen erheblich verschärft. Der Grenzübergang wird täglich von tausenden Palästinensern benützt, die in Israel ihrer Arbeit nachgehen. (APA/AP)

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    Der Grenzübergang von Erez am Dienstag, den 20. Jänner: Palästinenser kehren von der Arbeit in Israel heim.

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