Super G: Wieder Hundertstel-Krimi in Kitz

29. Jänner 2004, 12:38
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Maier muss sich Rahlves knapp geschlagen geben - Walchhofer wurde Dritter, Schifferer Vierter - Abfahrts-Triumphator Kjus am fünften Rang

Kitzbühel - Bei den 64. Hahnenkamm-Rennen haben die Österreicher auch im zweiten Bewerb den Sieg hauchdünn verpasst. Einen Tag nachdem Stephan Eberharter Platz eins in der Abfahrt um 0,01 Sek. verpasst hatte, wurde Hermann Maier am Freitag im Super G drei Hundertstel oder 82,3 Zentimeter hinter Daron Rahlves Zweiter. Der Ex-Weltmeister aus den USA setzte sich bei seinem ersten Weltcupsieg in dieser Disziplin vor Maier, Michael Walchhofer und Andreas Schifferer und damit drei Pongauern durch. Der Norweger Lasse Kjus wurde Fünfter und baute die Weltcupführung aus.

Obwohl gleich vier ÖSV-Fahrer (Hannes Trinkl wurde Sechster) in den Top-Sechs landeten und auch im 45. Super-G seit März 1996 zumindest ein Österreicher auf das Podest fuhr, gingen bei Prachtwetter auf dem Hahnenkamm zwei tolle Serien zu Ende. Denn im sechsten Kitz-Super-G gab es erstmals keinen österreichischen Sieg. Und Maier wurde in "seiner" Disziplin (18 Siege) beim vierten Streif-Start erstmals geschlagen. Und das so knapp, dass sich der Salzburger selbst wütend auf den Helm schlug.

Maier: "Den Schwung abgestochen"

"Ich bin selbst schuld. Bis zum Hausberg war ich gut unterwegs, hab dann aber einige dumme Fehler gemacht und mehrmals den Schwung förmlich abgestochen", ging der Ski-Superstar, der hier im Vorjahr seinen Comebacksieg gefeiert hatte, mit sich selbst hart ins Gericht. "Ich habe dadurch sicher eine halbe Sekunde liegen lassen. So ein Fehler sollte einem alten Fuchs wie mir nicht mehr passieren", machte Maier klar, dass der Sieger eigentlich nur Maier hätte heißen dürfen. "Drei Hundertstel tun deshalb doppelt weh."

Wie in der Abfahrt ging damit der Sieg an einen Fahrer mit einer Startnummer unter 20. Hatte am Vortag Kjus mit Nummer 17 triumphiert, setzte sich am Freitag Rahlves mit Nummer 18 durch. Und wie Tags zuvor Eberharter verpasste auch Maier den Sieg trotz Zwischenbestzeit (19 Hundertstel vor Rahlves) um einen Wimpernschlag. Mit den Saisonplatzierungen 1, 2, 3, 2 führt er aber in der Disziplinen-Wertung 90 Punkte vor Kjus, der nach 22 Bewerben in der Gesamtwertung 42 Zähler vor Benjamin Raich, der auch im Super G 22. wurde.

Eberharter klagt über Piste

Eberharter landete im Super G nur auf Platz neun und ärgerte sich. "Die Piste war bei mir einfach nicht mehr optimal. Diese 30-er-Regel im Super G ist einfach ein Sch... " "Wir werden derzeit nicht gerade vom Glück verfolgt", gestand auch ÖSV-Alpinchef Hans Pum nach der zweiten knappen Niederlage ein, freute sich aber über das starke Mannschaftsergebnis. Walchhofer fuhr gleich bei seinem ersten Super-G-Start in Kitz auf das Podest und stellte das auf eine Stufe mit Platz zwei in Lake Louise. Stark auch Andreas Schifferer als Vierter, obwohl er ab der Querfahrt fast nur noch Fehler gemacht hatte.

Kitz-Spezialist Rahlves sorgte zehn Jahre nach Tommy Moe (Whistler Mountain) wieder für einen US-amerikanischen Weltcup-Sieg im Super G. Der 30-jährige Kalifornier, der keinen Weltcuport so mag wie Kitzbühel ("Ich liebe die Atmosphäre hier einfach"), könnte nun zum ganz großen Hahnenkamm-Dominator werden. Der Vorjahressieger ist am Samstag in der zweiten Abfahrt Titelverteidiger. Nach Platz drei in der Donnerstag-Abfahrt und dem Sieg im Super G kann nur noch er in allen drei Kitzbüheler Speed-Rennen auf das Podest fahren.(APA)

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    Daron Rahlves eine Treppe über Hermann Maier.

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