Vogelgrippe: WHO besorgt

26. Jänner 2004, 21:08
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Angst vor Viren-Kreuzung und Epidemie wächst

London/Hanoi/Bangkok - Angesichts der in Asien grassierenden Vogelgrippe wächst die Angst vor einer weltweiten verheerenden Epidemie bei Menschen. Gesundheitsexperten weltweit fürchteten eine tödliche Pandemie durch eine Kreuzung des aggressiven Geflügelpestvirus H5N1 mit menschlichen Grippeviren, schreibt das britische Medizinjournal "The Lancet" (Bd. 363, S. 257).

Voraussetzung dafür wäre, dass der neue Erreger von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Die mögliche Übertragung von Mensch zu Mensch sei Anlass zu großer Sorge, bestätigte der Sprecher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Hanoi, Bob Dietz. Bisher gebe es dafür noch keine Hinweise. Die WHO bereite sich allerdings auch auf diesen schlimmsten Fall vor.

Wahrscheinlichkeit und Impfstoff

Erst vor wenigen Tagen stellte zu diesen Fragen Univ.-Prof. Dr. Franz X. Heinz vom Institut für Virologie der Universität Wien in seinen Virusepidemiologischen Informationen fest: "Das Beispiel der Vogelgrippe, die immer wieder Todesfälle beim Menschen verursacht, aber zu keiner weiteren Ausbreitung geführt hat, zeigt, dass das Seuchenpotential eines Virus in erster Linie von seiner Fähigkeit abhängt, effizient von Mensch zu Mensch übertragen werden zu können." Dies sei allerdings bei Sars der Fall gewesen.

Der WHO zufolge ist ein Impfstoff gegen die Vogelgrippe für den Menschen in der Entwicklung, der in Kürze in die klinische Testphase gehen soll. (APA/dpa)

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