Hintergrund: Zuwandererkinder an österreichischen Schulen benachteiligt

26. Jänner 2004, 14:26
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Internationaler Vergleich: "Musterländer" Kanada und Australien

Wien - Kinder aus Migrantenfamilien sind im internationalen Vergleich an österreichischen Schulen stärker benachteiligt als in den meisten anderen OECD-Staaten. Zu diesem Schluss kam vor rund einem Jahr das UN-Kinderhilfswerk UNICEF in einer Studie. So liegt etwa der Prozentsatz von 15-jährigen Zuwandererkindern, die nur schlecht lesen können, in Österreich bei rund 40 Prozent. Ähnlich schlechte Ergebnisse erzielen nur Deutschland, die Schweiz, Belgien, Dänemark und Griechenland. "Musterländer" sind hingegen Kanada und Australien mit nur zwölf bzw. 14 Prozent schlechten Lesern aus Migrantenfamilien - und dies trotz eines doppelt so hohen Anteils an Zuwandererkindern in den Schulen als in Österreich.

Für ihre Erhebung "Benachteiligung im Bildungsbereich in reichen Staaten" kombinierte die UNICEF Daten aus der PISA-Studie und den Trends in International Maths ans Science Study (TIMSS). Untersucht wurden dabei der Anteil der Migrantenkinder an den Schulen sowie deren Leistungen im Vergleich zu jenen der anderen Kinder. Ergebnis: Beim Ausländeranteil sowie bei der Lesefähigkeit der muttersprachlichen Kinder liegt Österreich im Mittelfeld, bei der Leseleistung der Migrantenkinder hingegen am unteren Ende.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt das österreichische PISA-Zentrum: der Anteil an Kindern, die daheim eine andere Sprache verwenden als die des PISA-Tests, liegt in Österreich etwa im Durchschnitt aller untersuchter Staaten. Unter den Schülern mit nichtdeutscher Muttersprache findet man in Österreich aber "bedenklich viele schlechte Leser": Immerhin 42 Prozent würden sich auf den beiden letzten Stufen finden - sehr gute Leser sind hingegen nur drei Prozent, gute nur elf Prozent. (APA)

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