Exzellenz als Voraussetzung

28. Jänner 2004, 14:13
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Soweit der Tenor bei einer Podiumsdiskussion zu "Wissenschaft und Wirtschaft in einer globalisierten Welt"

Salzburg - Die Zusammenarbeit der universitären Forschung mit der Wirtschaft finde dann statt, wenn die Universitäten exzellent seien. Das war der Tenor einer Podiumsdiskussion an der Universität Salzburg am Mittwochabend zum Thema "Wissenschaft und Wirtschaft in einer globalisierten Welt". Das Kapital der Universitäten sei das Wissen, erklärte in diesem Zusammenhang Ingela Bruner, Vorsitzende des Wissenschafts- und Forschungsrates des Landes Salzburg und Universitätsrätin an der Veterinärmedizinischen Uni Wien.

Die Universitäten müssten sich auf ihre Stärken konzentrieren, forderte Franz Humer, Chairman und Chief Executive Officer des Pharmakonzerns F. Hoffmann-La Roche und Universitätsrat an der Uni Salzburg. Spezialisierung und Internationalisierung seien die Herausforderungen, denen sich die Universitäten stellen müssten, meinte Raoul Kneucker, der bis vor kurzem im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur tätig war.

Öffentlichkeit mit Nutzen konfrontieren

"Die Universitäten sollten wenige Dinge machen, aber die sollten sie gut machen", riet Humer. Forschung brauche auch Geduld und eine Öffentlichkeit, die Innovationen wolle. Da mache Europa große Fehler, weil man die Öffentlichkeit mit dem Risiko und nicht mit dem Nutzen der Forschung konfrontiere. So entstehe ein forschungsfeindliches Umfeld, in dem sich keine Innovationen lukrieren ließen, meinte der Manager. Andere Nationen würden Maßnahmen setzen, um ein forschungsfreundliches Klima zu schaffen. Das Geld für die Forschung wandere in diese Länder ab. Die forschende Industrie ziehe aus Europa ab, warnte Humer.

Ähnlich argumentierte Kneucker: Man dürfe nicht vergessen, der Bevölkerung zu erklären, was wissenschaftliche Leistungen seien. Er forderte auch eine Neudefinition des Bildungskanons, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Bruner regte in diesem Zusammenhang die Schaffung von "Wissenschaftsschulen" an, in denen schon Kinder für Forschung begeistert und sensibilisiert werden könnten.

Kriterien

Bruner nannte auch die Kriterien für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Wirtschaft: Es brauche strategische Partnerschaften, klare Ansprechpartner auf beiden Seiten und ein professionelles Management von Personal, Budget und Controlling. Außerdem müssten Fragen des geistigen Eigentums sowie des Datenschutzes geklärt werden. (APA)

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    Zu Wissenschaft und Wirtschaft in einer globalisierten Welt wurde in Salzburg diskutiert.

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