Burma: Provisorischer Waffenstillstand beschlossen

23. Jänner 2004, 19:43
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Nach Treffen zwischen "Karen National Union" und Regierung in Rangun

Rangun - Die burmesischen Militärmachthaber haben sich in mehrtägigen Verhandlungen mit den Rebellenführern des mehrheitlich christlichen Karen-Volkes auf einen provisorischen Waffenstillstand geeinigt. Die Delegation der "Karen National Union" (KNU) unter der Führung von General Bo Mya hat am Donnerstag die Hauptstadt Rangun wieder verlassen. Die KNU kämpft seit der Unabhängigkeit des südostasiatischen Landes 1948 gegen die Zentralregierung. Nach Angaben ihres außenpolitischen Sprechers David Taw hatte sich die Separatistenbewegung auf einen definitiven Waffenstillstand eingestellt, dem die Junta jedoch noch nicht zugestimmt habe.

Aufteilung

Teile des burmesischen Staatsgebietes werden von ethnischen Rebellenarmeen kontrolliert, von denen die KNU die bekannteste ist. Die zahlenmäßig stärksten nichtburmesischen Völker sind die Karen, Shan, Kachin, Chin und Mon.

Waffenstillstandsverhandlungen zwischen der Militärjunta in Rangun und der KNU waren wiederholt gescheitert. Bo Myas Hauptquartier Manerplaw war 1995 von der Armee eingenommen worden. Seither hält sich die KNU-Führung an einem geheimen Ort nahe der thailändischen Grenze auf.

Flüchtlingsdrama

In mehreren Armeeoffensiven waren mehr als 100.000 Karen auf thailändisches Gebiet getrieben worden. Das thailändische Militär brachte einen Teil der Flüchtlinge gewaltsam zurück über die Grenze nach Burma. Die US-Regierung und amnesty international (ai) protestierten gegen die gewaltsame Rückführung. 200.000 Karen wurden in Burma zwangsumgesiedelt. Die KNU soll nur noch 7000 Mann unter Waffen haben.

Der 76-jährige Bo Mya war in Rangun von Staatschef Generalissimus Than Shwe und Ministerpräsident General Khin Nyunt empfangen worden. (APA)

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