Der Äther kennt kaum Gewinner

15. Juli 2004, 12:06
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Radiotest über zweites Halbjahr 2003: Ö3 verliert Reichweite, bleibt aber unangreifbar - Daten zum Download

Wenn Ö3 bei den Österreichern ab zehn Jahren 1,3 Prozentpunkte Reichweite verliert und gar 1,7 bei den für Werbung wichtigen 14- bis 49-Jährigen, ist das noch kein Grund zur Panik: Den Goldesel des ORF hören 40,6 Prozent aller Österreicher ab zehn und 54,7 Prozent in der Werbezielgruppe. Die Privatradios schafften gemeinsam in der zweiten Jahreshälfte 2003 - gegenüber erstem Halbjahr stabile - 27,5 Prozent.

Konkurrenz um Werbegeld macht ihnen der ORF überregional auch mit FM4: Der Jugendsender konnte sich von 6,1 auf 6,5 Prozent österreichweit verbessern.

Ein Vergleich mit den 5,9 Prozent von Kronehit ist nicht ganz fair: Der - noch - Krone und Kurier gehörende Radioverbund erreicht vor allem im Westen große Gebiete nicht. Der Sender freut sich dafür über "Aufwärtstrend im Dreieck Linz Graz und Wien".

Arabella kommt Radio Wien näher

In der Hauptstadt geben ganz abgesehen von Ö3 andere den Ton an: Bei den Hörern ohne Altersgrenze nach oben kommt Arabella mit - weiter gestiegenen - 12,6 Prozent ORF-Konkurrent Radio Wien (14,3 Prozent) näher.

In der jüngeren Werbezielgruppe bis 49 Jahren ist Energy mit 12,2 Prozent meistgehörter Privatsender vor Arabella (11,4), aber auch vor FM4. Auch wenn sich das öffentlich-rechtliche Jugendradio hier gleich um 1,3 Prozentpunkte auf mit 9,8 verbesserte.

Große ganz klein

Kronehit kommt in Wien auf 5,4 Prozent in der Werbezielgruppe, die Antenne Wien auf 3,1 Prozent. Das bedeutet 1,5 Prozentpunkte weniger als im ersten Halbjahr 2003 für das Radio der der News-Gründerbrüder Fellner.

Ö3 hören in der Hauptstadt 44,8 Prozent der Menschen zwischen 14 und 49 Jahren. Mit 35,5 halten die Privaten dagegen. Deren zwei Prozentpunkte Plus auf Kosten des ORF-Popradios brachten vor allem Arabella und Energy.

Mit Werten jenseits von 50 Prozent in der Werbezielgruppe liegt Ö3 in den übrigen Bundesländern weit vor dem jeweiligen Regionalradio des ORF. Unter diesen älter positionierten Sendern schlägt sich Ö2 Burgenland mit 30,3 Prozent bei den Jüngeren am Besten. Außer im Burgenland liegt Ö3 auch bei den Hörern ab zehn Jahren ohne Altersgrenze nach oben vor Ö2.

Kronehit bleibt trotz Rückgang gegenüber dem ersten Halbjahr 2003 reichweitenstärkstes Privatradio in Niederösterreich mit 10,2 Prozent in der Werbezielgruppe, ebenso im Burgenland mit gleichfalls rückläufigen 12,1 Prozent

Die Antenne Steiermark verlor noch etwas deutlicher und hält in der Zielgruppe bei 20,5 Prozent in ihrem Bundesland. Ihre Kärntner Schwester steigerte sich auf 14,6 Prozent. Beide gehören der Styria (Kleine Zeitung, Presse).

In Oberösterreich verbesserte sich das Life Radio (Oberösterreichische Nachrichten, Landesverlag) leicht auf 17,6 Prozent. Die Antenne Salzburg der Brüder Fellner sank auf 13,7 Prozent. Mit 13,3 Prozent blieb die Antenne Tirol (Tiroler Tageszeitung) gegenüber dem ersten Halbjahr 2003 im wesentlichen stabil. Die Antenne Vorarlberg verlor einen Prozentpunkt auf 17,9 Prozent. Sie gehört den Vorarlberger Nachrichten.

Österreichweit leicht verloren hat Ö1: Bei den Hörern ab zehn Jahren schafft der Kultursender nach 8,3 nun 7,7 Prozent. (Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe, 23.1.2003)

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    foto: photodisc
  • Die Radiotestdaten (Montag bis Sonntag) des zweiten Halbjahres 2003 als pdf-Dokument im Detail.

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