Wachsende Kosten der Fettleibigkeit

28. Jänner 2004, 14:28
8 Postings

US-Regierung verwirft dennoch WHO-Plan zur Gegensteuerung - Kritik am Lobbyismus für Lebensmittelindustrie

Washington/London - Nach einer Studie des Center for Disease Control and Prevention hat Fettleibigkeit in den USA im vergangenen Jahr Kosten in der Höhe von 75 Mrd. Dollar verursacht (rund 60 Milliarden Euro). Knapp 40 Mrd. Dollar davon müssen von den Steuerzahlern getragen werden. Dennoch weigern sich die USA den Kampf gegen die Fettleibigkeit, wie er von der WHO vorgeschlagen wurde, mitzutragen, berichtet BBC-online.

Die Studienautoren zeigen sich über die wachsenden Kosten der Fettleibigkeit besorgt. Ein Drittel aller Amerikaner ist nach der Studie fettleibig, ein weiteres Drittel ist übergewichtig. Das bedeutet, dass diese Gruppe eher dazu neigt Herzerkrankungen, Diabetes und andere chronische Erkrankungen zu bekommen. Die wachsenden Kosten werden zu einer Bedrohung des US-Gesundheitssystems. Für die Gesellschaft sei krankhaftes Übergewicht ebenso kostspielig wie das Rauchen, sagte einer der Verfasser der Studie, Eric Finkelstein, vom internationalen Forschungsinstitut RTI.

Verworfener Plan

Dennoch hat die Regierung einen globalen Plan zur Bekämpfung der Fettleibigkeit, der Anfang der Woche von der Weltgesundheitsorganisation WHO vorgestellt wurde, verworfen. Im WHO-Vorschlag ist davon die Rede, dass Lebensmittelhersteller dazu gezwungen werden sollen, die Menge an Zucker und Fett in den von ihnen hergestellten Nahrungsmitteln zu reduzieren. Nach Ansicht der US-Regierung gibt es aber keinen Zusammenhang zwischen dem Marketing von Hochkalorien-Nahrungsmitteln und Fettleibigkeit.

Kritiker sehen darin aber nur die Machtposition der großen Lebensmittelproduzenten bestätigt und werfen der Regierung Lobbyismus vor. Die Regierung stehe eher hinter den Interessen der Lebensmittelindustrie als hinter den Problemen der übergewichtigen Bevölkerung. (pte/red)

Link
BBC
  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.