Schweiz prämiert Historie

26. Jänner 2004, 19:39
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Nationaler Filmpreis an Dominique de Rivaz' "Mein Name ist Bach" bei den Solothurner Filmtagen überreicht

Solothurn - Der Schweizer Filmpreis 2004 für den besten Spielfilm des letzten Jahres geht an den Historienfilm "Mein Name ist Bach" von Dominique de Rivaz. Die 50-jährige in Bern aufgewachsene und gegenwärtig in Berlin lebende Westschweizer Filmerin hatte ihren ersten Kinospielfilm erst nach vielen Rückschlägen realisieren können. Die Produktion kam nur darum zustande, weil die damalige Bundesrätin Ruth Dreifuss dem Film persönlich eine halbe Million Franken zusprach. Beide Expertenkommissionen des Bundes hatten dem Projekt eine Bundessubvention verweigert. "Mein Name ist Bach" erzählt von einer historisch verbürgten Episode aus dem Jahre 1747, als der alte Johann Sebastian Bach den jungen musikbegeisterten König Friedrich II. in Potsdam besuchte. Der Film wurde im August am Filmfestival Locarno erstmals gezeigt. Die Preise wurden am Mittwochabend bei den Solothurner Filmtagen übergeben. Die Preissumme betrug insgesamt 200.000 Franken.

Weitere Preise

Den Preis als bester Dokumentarfilm vergab die Jury unter der Leitung des Berner Musikers Stephan Eicher an die hoch favorisierte Politdokumentation "Mais im Bundeshuus" von Jean-Stéphane Bron. Der Film beobachtet minutiös die Arbeiten der "Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur" bei der Ausarbeitung des Gentechnikgesetzes. Der Film, der seine Premiere ebenfalls in Locarno hatte, lief bereits erfolgreich in den Kinos.

Die Komödie "Achtung, fertig, Charlie!" erhält den Preis der Jury für die beste Besetzung. Der Kurzfilmpreis ging ebenfalls nicht überraschend an "L'escalier" von Frédéric Mermoud.

In der Kategorie "Beste Hauptrolle" ging der Filmpreis an die Theaterschauspielerin Bettina Stucky im Fernsehfilm "Meier Marilyn" von Stina Werenfels. Den Preis der neu geschaffenen Kategorie "Beste Nebenrolle" erhielt Gilles Tschudi im Gewinnerfilm "Mein Name ist Bach" von Dominique de Rivaz.

Der größte Erfolgsfilm des letzten Jahres, der Spielfilm "Achtung, fertig, Charlie!" von Mike Eschmann, wurde von der Jury mit einem Spezialpreis ausgezeichnet. Corinna Glaus erhielt ihn für die Besetzung des Films mit "vielen tollen Schauspielerinnen und Schauspielern", wie Stephan Eicher sagte. (APA/sda)

  • "Mein Name ist
Bach"
    foto: solothurner filmtage

    "Mein Name ist Bach"

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