Siemens beim Handy-Verkauf gut ins neue Jahr gestartet

30. Jänner 2004, 10:46
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Mobilfunk-Infrastruktur- Markt legt 2004 leicht zu

Nach einem Rekordabsatz im Auftaktquartal des Geschäftsjahres 2003/04 (zum 30. September) ist der Münchener Siemens-Konzern auch mit dem bisherigen Verlauf im zweiten Quartal zufrieden. "Wir sind offensichtlich ganz gut gestartet", sagte Siemens-Chef Heinrich von Pierer am Donnerstag in München.

15,2 Millionen Handys

Zum Rekordabsatz im abgelaufenen Quartal von 15,2 Millionen Handys fügte er hinzu: "Wir sind fast an Samsung herangekommen. (...) SonyEricsson haben wir auf gebührendem Abstand gehalten, wie es sich gehört." Offen ließ von Pierer, ob die Münchener in absehbarer Zeit die Nummer drei am Weltmarkt, Samsung, überholen können.

Die beiden Telekommunikationssparten ICN (Netzwerke) und ICM (Mobilfunk) profitierten offenbar vom aufgehellten Branchenklima und erzielten deutliche Verbesserungen beim operativen Ergebnis. ICN schloss das erste Geschäftsquartal mit einem Gewinn von 51 (minus 151) Mio. Euro ab, ICM steigerte den operativen Gewinn auf 123 (59) Mio. Euro. Beide Sparten übertrafen die Schätzungen der Analysten damit deutlich.

Mobilfunk-Infrastruktur leicht steigend

Für Mobilfunk-Infrastruktur sieht der Siemens-Konzern nach mehreren Jahren rückläufiger Entwicklung 2004 wieder einen "leicht ansteigenden" Markt. Die Branche sei bisher von einer Stagnation oder einem weiteren Rückgang ausgegangen, sagte von Pierer. "Die Dinge haben sich jetzt eher wieder zum Positiven entwickelt." Im Bereich Netzwerke (ICN) sei ebenfalls der Boden erreicht, allerdings müsse für das laufende Geschäftsjahr noch mit einem leichten Umsatzrückgang gerechnet werden.

Von Pierer rechnet nicht damit, dass der Transrapid auf der langen Strecke zwischen Peking und Schanghai zum Einsatz kommt. "Schanghai-Peking wird nach menschlichem Ermessen kein Transrapid", sagte er heute vor Journalisten in München. Allerdings sei der ICE im Rennen für diese Strecke. Siemens gehört zum Hersteller-Konsortium der Magnetbahn Transrapid und baut den ICE.

Kein Anlass für Spekulationen

Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger sagte im Vorfeld der Hauptversammlung, der Erlös aus dem jüngsten Verkauf von 150 Millionen Infineon-Aktien solle zur Aufstockung der Liquiditätsreserven verwendet werden. Der Aktienverkauf, so Neubürger, sei kein Anlass für Spekulationen über eine bevorstehende Akquisition.

Angesichts des Euro-Höhenflugs warnte der Technologiekonzern vor Standortnachteilen in Europa, sieht sich selbst aber nur bedingt betroffen. "Auf Grund der globalen Aufstellung von Siemens ist der Konzern von der Dollarabwertung allerdings weniger stark betroffen als andere Unternehmen", hieß es. Bei einem weiter steigenden Euro bestehe jedoch die Sorge, dass sich dieser nachteilig auf die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie auswirken könne.(APA/Reuters)

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