Frankreich geht Powell manchmal "auf die Nerven"

23. Jänner 2004, 14:38
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US-Außenminister äußert sich aber positiv über Haltung Frankreichs zum Wiederaufbau im Irak

Washington - US-Außenminister Colin Powell ist von französischen Politikern gelegentlich genervt. Obwohl Frankreich seit der Unabhängigkeit der USA vor über 200 Jahren ein wichtiger Bündnispartner sei, "sind sie mir schon auf die Nerven gegangen", sagte Powell am Mittwoch in einem Radiointerview. Auf die Frage, ob er dies jemals einem Franzosen gegenüber zum Ausdruck gebracht habe, sagte der Minister: "Oh ja." Gleichzeitig räumte er ein: "Ich bin sicher, dass ich sie auch manchmal genervt habe."

"Sehr direkte Gespräche" mit Dominique de Villepin

Er verstehe sich gut mit dem französischen Außenminister Dominique de Villepin, und sie hätten "sehr direkte Gespräche darüber geführt, auf welche Weise wir uns gegenseitig nerven", erzählte Powell im Gespräch mit einem Lokalsender aus Philadelphia. Als Beispiel nannte er die französische Kritik am Irak-Krieg.

Inzwischen bemühe sich Frankreich wie auch Deutschland und andere Kriegsgegner, den Wiederaufbau Iraks zu unterstützen, sagte der US-Außenminister. "Aber wir haben unser Meinungsverschiedenheiten mit den Franzosen gehabt. Die Franzosen sind stolze Leute, die manchmal sehr entschieden ihren Standpunkt vertreten."

Verteidigungsministerin hatte radikale US-Strömungen kritisiert

In der vergangenen Woche hatte die französische Verteidigungsministerin Michele Alliot-Marie in einer Rede in Washington "bestimmte radikale, neokonservative Strömungen" in den USA kritisiert, die schädlich für die transatlantischen Beziehungen seien. Es gebe amerikanische Bestrebungen nach einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Vormachtstellung, sagte Alliot-Marie bei ihrem Auftritt im Zentrum für Strategische und Internationale Studien. (APA)

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    Mit dem französischen Außenminister Dominique de Villepin verstehe er sich gut, sagte Colin Powell im Gespräch mit einem Lokalsender aus Philadelphia: Sie hätten "sehr direkte Gespräche darüber geführt, auf welche Weise wir uns gegenseitig nerven".

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