Riad und Kuwait verhandeln über Schuldenerlass

23. Jänner 2004, 07:27
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Kuwait will aber weiterhin Reparationszahlungen

Riad/Kuwait-Stadt - Bei ihren Bemühungen für einen weit reichenden Schuldenerlass für den Irak haben die USA am Mittwoch einen weiteren Teilerfolg erzielt. Nach Kuwait zeigte sich auch Saudiarabien nach einem Besuch des US-Sonderbeauftragten James Baker zu Verhandlungen über substanzielle Schuldenerleichterungen bereit. Irak schuldet Kuwait schätzungsweise 16 Milliarden Dollar (12,7 Milliarden Euro), bei Saudiarabien steht das Land mit rund 28 Milliarden Dollar in der Kreide. Ein Vertreter der US-Delegation sprach von "sehr erfolgreichen" Treffen in beiden Ländern.

"Substanzielle Schuldenerleichterung"

Der saudiarabische Kronprinz Abdallah sei bereit, mit anderen Gläubigerländern über eine "substanzielle Schuldenerleichterung" zu verhandeln, sagte Außenminister Prinz Saud el Faisal nach einem Treffen des Kronzprinzen mit Baker. Saudiarabien ist unter den Golfstaaten Hauptgläubiger Bagdads.

Reparationszahlungen nicht verhandelbar

Auch der kuwaitische Regierungschef Scheich Sabah el Ahmad el Sabah sagte, sein Land sei bereit, Iraks Schulden maßgeblich zu reduzieren. Von der Absichtserklärung ausgenommen bleiben jedoch die Reparationszahlungen zur Begleichung der Schäden, die während der Besetzung Kuwaits durch den Irak im Jahr 1991 entstanden, wie Außenminister Scheich Mohammed el Sabah betonte. Diese in einer UN-Resolution vereinbarten Forderungen seien nicht verhandelbar. Der Minister wies darauf hin, dass Baker für die kuwaitische Position Verständnis gezeigt habe. Die Höhe der Reparationsforderungen wird auf mehrere Dutzend Milliarden Dollar geschätzt.

Vereinigte Arabische Emirate und Katar zu Schuldenverzicht bereit

Auf seiner Tour durch mehrere Golfstaaten hatte Baker zuvor bereits Zusagen der Vereinigten Arabischen Emirate und Katars zu einem Schuldenverzicht erreicht. Während die Emirate sich bereit erklärten, dem Irak den Großteil der auf vier Milliarden Dollar geschätzten Schulden zu erlassen, wurde über den Umfang der Einigung mit Katar nichts bekannt. Der US-Sondergesandte bemühte sich in den vergangenen Wochen auch in Japan und Russland sowie Deutschland, Italien, Großbritannien und Frankreich erfolgreich um Zusagen zur Schuldenerleichterung. Insgesamt werden Iraks Auslandsschulden auf etwa 120 Milliarden Dollar geschätzt. (APA)

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