Schweden: Israel nimmt doch an Völkermord-Konferenz teil

23. Jänner 2004, 10:31
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Reine Beamtendelegation - Regierungsmitglieder reisen nicht nach Schweden

Stockholm - Israel wird nun doch an der am kommenden Montag beginnenden Konferenz gegen Völkermord in Schweden teilnehmen. Allerdings wird es sich laut schwedischen Medienberichten vom Mittwoch um eine reine Beamtendelegation handeln. Präsident Moshe Katzav, dessen Kommen ursprünglich erwartet worden war, oder Regierungsmitglieder werden nicht nach Schweden anreisen, hieß es.

Außenminister glätten die Wogen

In den letzten Tagen war die Entsendung einer israelischen Delegation zu der Konferenz in Frage gestanden, nachdem Israel von Schweden verlangt hatte, eine umstrittene Installation aus einer Ausstellung zu entfernen, die im Zusammenhang mit der Konferenz steht. Laut der Zeitung "Dagens Nyheter" (Online-Ausgabe) war ein Gespräch zwischen den Außenministern beider Länder, Laila Freivalds und Silvan Shalom, ausschlaggebend für die Entscheidung Israels, seine Teilnahme an der Konferenz dennoch aufrecht zu erhalten.

Ausstellungsplakate eingezogen

Koordinationsminister Pär Nuder hatte eine Einmischung in die künstlerischen Entscheidungen der Ausstellungsverantwortlichen abgelehnt. Diese hatten sich jedoch am Dienstag zumindest zum Einziehen der Ausstellungsplakate mit dem Konterfei jener palästinensischen Selbstmordattentäterin entschlossen, das der Mittelpunkt der von Israel beanstandeten Installation ist. Israels Botschafter in Schweden, Zvi Mazel, hatte vergangenen Freitag aus Entrüstung über die Installation "Schneewittchen und der Wahnsinn der Wahrheit" diese beschädigt und damit für internationales Aufsehen gesorgt.

Annan auf Völkermord-Konferenz

Die Konferenz zur Verhinderung von Völkermord findet von 26.-28. Jänner in Stockholm statt. An ihr nehmen unter anderem UNO-Generalsekretär Kofi Annan und der Außenbeauftragte der EU, Javier Solana, teil. Die Völkermord-Konferenz bildet den Abschluss einer Reihe des Stockholm International Forum, die im Jahr 2000 mit einer viel beachteten Holocaust-Konferenz begonnen hatte. (APA)

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