Simbabwe: Festnahmen nach Mord an weißem Farmer

25. Jänner 2004, 17:06
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Regimekritische Zeitung darf wieder erscheinen

Harare - Nach dem Mord an einem weißen Farmer hat die Polizei im Südwesten des afrikanischen Staates Simbabwe zwei Männer unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Bei ihnen soll es sich um stadtbekannte Kriminelle handeln.

Die verstümmelte Leiche des aus Skandinavien stammenden älteren Mannes war in der Kwekwe-Region, rund 300 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Harare, gefunden worden. Die Farmer-Vertretung CFU betonte, der Mord reihe sich ein in das allgemeine Bild von Gesetzlosigkeit und Gewalt im Lande. Seit dem Beginn der chaotischen Besetzung weißer Farmen im Jahr 2000 wurden bisher 13 weiße Farmer getötet. Der aktuelle Mord war jedoch der erste seit fast 18 Monaten.

Landreform Mugabes

Nach einer Landreform, die mit der Zwangsenteignung zahlreicher weißer Großgrundbesitzer einherging, waren zwischen 2000 und 2002 etwa zwölf weiße Farmer und zahlreiche Schwarze getötet worden. Rund 4500 weiße Bauern besaßen damals ein Drittel des Bodens, 70 Prozent davon erstklassiges Farmland. Die meisten der enteigneten Farmer ließen sich inzwischen in den Nachbarländern Mosambik, Sambia und Botswana nieder.

Regimekritische Zeitung darf wieder erscheinen

Nach viermonatiger Zwangspause ist unterdessen Simbabwes einzige regierungskritische Zeitung "Daily News" wieder auf dem Markt. Nachdem die Polizei ihre Besetzung der Redaktionsräume am Vortag aufgegeben hatte, erschien das Blatt am Donnerstag mit einer achtseitigen Ausgabe in einer Auflage von 100.000 Exemplaren. Die Polizei hatte die Räume trotz mehrerer gerichtlicher Räumungsbefehle besetzt gehalten.

Informationsminister Jonathan Moyo hatte das Blatt als "Bedrohung der nationalen Sicherheit" bezeichnet. Sein neu geschaffenes Medien-Aufsichtsgremium hatte der Zeitung die notwendige Lizenz zum weiteren Erscheinen verweigert. Die Zeitung hatte vor ihrer erzwungenen Einstellung eine Auflage von knapp einer Million Exemplaren und lag damit weit vor der staatlich gelenkten Presse des afrikanischen Landes. (APA)

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