Raiffeisen will NÖM-Aktien zurück

28. Jänner 2004, 16:11
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Ex-Vertragspartner Parmalat zur "Rückübertragung" des NÖM-Viertel-Anteils aufgefordert - Anteile allerdings eingefroren

Wien - Der Mehrheitseigentümer des niederösterreichischen Molkereiunternehmens NÖM, die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, löst den Vertrag mit dem 25-Prozent-Mit-Eigentümer Parmalat und fordert diesen zur "Rückübertragung der NÖM Aktien" auf. Dies teilte die Holding am Mittwochnachmittag mit.

Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien begründet dies mit der Insolvenz des Vertragspartners. Allerdings wird das schwierig werden, da der Anteil bereits gerichtlich eingefroren wurde.

Prosperierendes Molkereinunternehmen

Die NÖM AG habe sich in den vergangenen Jahren zu einem prosperierenden Molkereinunternehmen entwickelt, das auch "gute Ergebnisse erwirtschaftet", hieß es in der Mitteilung.

Die NÖM habe somit "beste Voraussetzungen, in Hinkunft die Marktbearbeitung in den europäischen Ländern auch ohne Parmalat voranzutreiben".

"Rufschädigung"

Die Lösung des Vertrags mit Parmalat sei schließlich auch deshalb notwendig, weil die NÖM in der Öffentlichkeit immer wieder in Zusammenhang mit dem italienischen Milchkonzern gebracht werde. "Einer Rufschädigung beim Verbraucher, beim Handel und bei den Bauern soll daher rasch entgegengewirkt werden".

"Rückübertragung" wird schwierig

Eine "Rückübertragung" der NÖM-Aktien Parmalats an die Österreicher, wie sie heute von der NÖM-Mehrheitseigentümerin Raiffeisen Holding Niederösterreich-Wien von den Italienern verlangt worden war, werde "jetzt so nicht gehen", hieß es von Behördenseite.

Denn die wichtigste Beteiligung von Parmalat in Österreich, die Sperrminorität am niederösterreichischen Molkereikonzern NÖM, ist bereits gerichtlich eingefroren. Der Untersuchungsrichter in Wien hat dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Einstweilige Verfügung noch am Freitag statt gegeben, wie der APA mittlerweile bestätigt wurde. Damit könne derzeit "niemand über die Aktien verfügen", sie können also auch nicht verkauft werden. Dieser Beschluss gelte "bis der Sachverhalt geklärt ist", heißt es am Mittwoch bei den Justizbehörden.

Derzeitige Eigentümer der NÖM AG sind nach Raiffeisen-Angaben die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien mit rund 65 Prozent, Parmalat SpA mit 25 Prozent sowie die niederösterreichischen Milchgenossenschaften mit rund 10 Prozent.(APA)

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NÖM

  • Die Raiffeisen vermutet eine Schädigung der NÖM und fordert eine "Rückübertragung" der Parmalat-Anteile
    foto: derstandard.at

    Die Raiffeisen vermutet eine Schädigung der NÖM und fordert eine "Rückübertragung" der Parmalat-Anteile

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