Palästinensische Führung von Bushs Schweigen zu Nahost enttäuscht

22. Jänner 2004, 06:12
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Erekat: Roadmap offenbar aufgegeben

Gaza - Die palästinensische Führung hat die Rede von US-Präsident George W. Bush zur Lage der Nation wegen dessen Schweigens zum Nahost-Konflikt kritisiert. Dass Bush den Friedensprozess überhaupt nicht erwähnt habe, mache deutlich, dass das Jahr 2004 im Zeichen eines schwindenden US-Engagements in der Region stehe, beklagte der palästinensische Chefunterhändler und Kabinettsminister Saeb Erekat am Mittwoch in Gaza. Offenbar solle auch der internationale Friedens-Fahrplan (Roadmap), der die Schaffung eines palästinensischen Staates bis 2005 zum Inhalt hat, nicht weiter verfolgt werden.

Israel werde aus dieser Lage politischen Profit schlagen und den Bau der umstrittenen Sperranlage im Westjordanland beschleunigen, warnte Erekat. Bush hatte in seiner Rede vor dem US-Kongress am Dienstag den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern mit keinem Wort erwähnt. (APA)

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