Steuertipps für Unternehmer

21. Jänner 2004, 14:15
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Cash durch 10%ige Investitionszuwachsprämie

Cash durch 10%ige Investitionszuwachsprämie Bekanntlich steht die 10%ige Investitionszuwachsprämie im Kalenderjahr 2003 insoweit zu, als die Investitionen 2003 den Investitions-Durchschnitt der drei vorangegangenen Wirtschaftsjahre (im Normalfall die Jahre 2000 bis 2002) übersteigen. Ein im Jahr 2003 neu gegründetes Unternehmen kann daher für alle begünstigten Investitionen des Jahres 2003 die Investitionszuwachsprämie geltend machen. Begünstigt sind allerdings nur Investitionen in ungebrauchte, körperliche und abnutzbare Wirtschaftsgüter (zB neue Maschinen, Büroeinrichtung, Lagerausstattung, EDV, LKW). Investitionen in Grund und Boden (nicht abnutzbar), in Software (unkörperlich) und in gebrauchte Anlagen sind nicht begünstigt. Ausgeschlossen sind weiters alle Gebäudeinvestitionen, der Erwerb von PKWs und Kombis (ausgenommen Fahrschulfahrzeug sowie KFZ, die zu mindestens 80% der gewerblichen Personenbeförderung dienen, wie zB Taxi-Fahrzeuge) sowie im Ausland eingesetzte Anlagen. Die Prämie ist steuerfrei und kürzt auch nicht die Abschreibungsbasis der Investition.

ACHTUNG: Nach einem Entwurf des Wachstums- und Standortgesetzes 2003 (Konjunkturpaket III) soll die nach derzeitiger Rechtslage mit Ende 2003 auslaufende 10%igen Investitionszuwachsprämie noch heuer um ein Jahr (bis Ende 2004) verlängert werden. Es sollte daher unter Berücksichtigung der für 2004 geplanten Investitionen überlegt werden, ob Investitionen noch in das Jahr 2003 vorgezogen oder besser auf das Jahr 2004 hinausgeschoben werden sollen.

Steuerersparnis durch vorzeitige Abschreibungen
Mit dem Konjunkturbelebungsgesetz 2002 wurde eine vorzeitige Abschreibung für Gebäude in Höhe von 7% (bis zu Investitionskosten von € 3,8 Mio) eingeführt, die mit Ende dieses Jahres ausläuft. Wer diese Sonderabschreibung noch nutzen will, sollte seine Neubauinvestitionen für 2003 noch kräftig ankurbeln.

Weiters wurde anlässlich der Hochwasserkatastrophe des Vorjahres eine besondere vorzeitige Abschreibung für katastrophenbedingte Ersatzbeschaffungen im Zeitraum 1.6.2002 bis 31.12.2003 eingeführt (12% für Gebäude und 20% für sonstige Investitionen). Alternativ dazu kann auch eine Investitionsprämie geltend gemacht werden (und zwar 5% für Gebäude und 10% für sonstige Investitionen).

ACHTUNG: Auch die besondere vorzeitige Abschreibung für katastrophenbedingte Ersatzbeschaffungen soll – einschließlich der alternativen Prämienregelung – mit dem geplanten Wachstums- und Standortgesetz 2003 (Konjunkturpaket III) noch heuer um ein Jahr (bis Ende 2004) verlängert werden.

Bildungsfreibetrag (BFB) in Höhe von 20%
Zusätzlich zu den für die Mitarbeiter aufgewendeten Aus- und Fortbildungskosten können Unternehmer einen Bildungsfreibetrag von 20% der externen Kosten geltend machen. Ab dem Jahr 2003 steht diese Möglichkeit auch für innerbetriebliche Aus- und Fortbildungseinrichtungen offen, allerdings nur bis zu einem pauschalierten Höchstsatz von € 2.000 pro Tag.

BDO-TIPP: Alternativ kann auch eine 6%ige Bildungsprämie geltend gemacht werden, die bar ausbezahlt wird.

Forschungsfreibeträge I und II optimieren
Für Aufwendungen zur Entwicklung oder Verbesserung volkswirtschaftlich wertvoller Erfindungen kann – zusätzlich zur Absetzung der Forschungsaufwendungen selbst – ein Forschungsfreibetrag (FFB I) in Höhe von 25% bzw 35% geltend gemacht werden. Der schon seit Jahren bestehende FFB I wurde im Jahr 2002 durch einen zweiten Forschungsfreibetrag (FFB II) für Aufwendungen (Ausgaben) zur Forschung und experimentellen Entwicklung ergänzt. Dieser beträgt ab 2003 15% (davor 10%). Alternativ kann für den FFB II auch eine Forschungsprämie geltend gemacht werden. Diese beträgt ab 2003 5% (davor 3%). Der Forschungsbegriff für den FFB II ist weiter gefasst, außerdem sind auch Investitionen für Forschungszwecke begünstigt.

Hinweis für 2004: Mit dem geplanten Wachstums- und Standortgesetz 2003 (Konjunkturpaket III) soll ab 2004 auch der FFB II auf 25% angehoben und damit mit dem FFB I gleichgestellt werden. Alternativ zum Freibetrag kann eine Prämie von 8% geltend gemacht werden. Der erhöhte FFB I von 35 % soll aber weiterhin gelten, soweit die Forschungsaufwendungen (nach der enger gefassten Definition des FFB I) den Durchschnitt der letzten drei Jahre übersteigen.

Steuerbegünstigung für nicht entnommene Gewinne
Die wichtigste Neuerung für einkommensteuerpflichtige Unternehmer ab 2004 ist die neue begünstigte (halbe) Besteuerung nicht entnommener Gewinne bis zu einem Höchstbetrag von € 100.000 pro Betrieb, die eine Steuerersparnis von bis zu € 25.000 bringen kann. Wer die Begünstigung im Jahr 2004 optimal nutzen will, muss schon im Jahr 2003 seine Entnahmen im Auge behalten. Wird nämlich im Jahr 2003 mehr entnommen als der tatsächliche Gewinn 2003, kürzt der Mehrbetrag die steuerbegünstigten nicht entnommenen Gewinne ab 2004.

BDO-TIPP: Im Jahr 2003 sollte man zur Schaffung privater Reserven den Gewinn dieses Jahres nach Möglichkeit zur Gänze entnehmen (wobei natürlich zB auch alle privaten Steuerzahlungen als Entnahmen gelten). Stellt sich dann im Jahr 2004 heraus, dass mehr als der tatsächliche Gewinn 2003 entnommen worden ist, muss der „Entnahmeüberhang“ 2003 bei der Entnahmeberechnung für 2004 und Folgejahre berücksichtigt werden. Ab 2004 ist das Gewinn- bzw Entnahmeoptimum dann erreicht, wenn der nicht entnommene Gewinn möglichst knapp an der 100.000 €-Grenze liegt.

Umwandlung von GmbH in Personenunternehmen überlegen
Da die neue Begünstigung für nicht entnommene Gewinne nur für Einkommensteuerpflichtige gilt, ist zu überlegen, ob bestehende GmbHs nicht in Personenunternehmen (Einzelunternehmen, OHG bzw OEG, KG bzw KEG) umgewandelt werden sollten.

BDO-TIPP: Bei einer Umwandlung müssen die bisher in der GmbH angesammelten Gewinne (Bilanzgewinn, Gewinnrücklagen) – wie bei einer offenen Gewinnausschüttung – mit 25% KESt versteuert werden (sogenannte „Ausschüttungsfiktion“). Werden diese Beträge erst nach der Umwandlung im Laufe des Jahres 2004 entnommen, so führen diese Entnahmen zu einer Kürzung der Steuerbegünstigung für nicht entnommene Gewinne 2004. Im Fall einer geplanten Umwandlung per 31.12. 2003 sollten daher „Entnahmen“ aus der GmbH durch entsprechende Gewinnausschüttungen noch vor der Umwandlung (eventuell sogar noch im Dezember 2003) vorgenommen werden. Dadurch kann eine Kürzung der Begünstigung für nicht entnommene Gewinne im Jahr 2004 jedenfalls vermieden werden.

Betriebliche Spenden in Höhe von bis zu 10% des Vorjahresgewinnes
Spenden aus dem Betrieb zur Durchführung von Forschungs- und Lehraufgaben an bestimmte im Gesetz genannte Institutionen (zB Universitäten, bestimmte Vereine) sind bis zu maximal 10 % des Gewinnes des unmittelbar vorangegangenen Wirtschaftsjahres steuerlich absetzbar. Damit derartige Spenden noch im Jahr 2003 abgesetzt werden können, müssen sie bis spätestens 31.12.2003 getätigt werden.

Anmerkung: Darunter fallen auch Spenden an Museen von „gesamtösterreichischer Bedeutung“, die nicht der öffentlichen Hand gehören (zB das Essl-Museum in Klosterneuburg), und Spenden an Dachverbände des Behindertensportes.

Investitionen – Halbjahresabschreibung noch kurz vor Jahresende
Für eine Investition kann ab Inbetriebnahme eine von der Nutzungsdauer abhängige Abschreibung (AfA) steuermindernd abgesetzt werden. Erfolgt die Inbetriebnahme daher noch kurz vor dem Jahresende, steht bei Gewinnermittlung nach dem Kalenderjahr für heuer noch eine Halbjahres-Abschreibung zu.

Investitionen - GWG's
Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWGs) mit Anschaffungskosten bis € 400 (exklusive USt) können im Jahr der Anschaffung sofort abgesetzt werden.

Wertpapierdeckung von Abfertigungs- und Pensionsrückstellungen nicht vergessen
Zum 31.12.2003 muss für die zum 31.12.2002 gebildete steuerliche Abfertigungsrückstellung (adaptiert um die in der Zwischenzeit ausgeschiedenen Mitarbeiter) eine Wertpapierdeckung im Ausmaß von 40% gegeben sein. Auf Grund der im Vorjahr beschlossenen Reform des Abfertigungsrechts sinkt die erforderliche Wertpapierdeckung ab 2003 jährlich um 10 Prozentpunkte, wobei die Reduktion auf den niedrigeren Prozentsatz – ab 2004 30% – bereits am Beginn des Wirtschaftsjahres 2004 vorgenommen werden kann. Ergibt sich aus der Berechnung per Ende 2003 eine Aufstockung der Wertpapierdeckung, so kann diese insofern unterbleiben, als der Wertpapierbestand ab 1.1.2004 ohnedies abgestockt werden könnte. Die ab 1.1.2004 maßgebliche (niedrigere) Wertpapierdeckung 2004 beträgt 30% der Abfertigungsrückstellung zum 31.12.2003 (berechnet mit 45% bzw 60% - für über 50-jährige Mitarbeiter – des fiktiven Abfertigungsobligos zum 31.12.2003).

Für die zum 31.12.2002 gebildeten Pensionsrückstellungen beträgt die erforderliche Wertpapierdeckung zum 31.12.2003 unverändert 50% (soweit nicht die aus 1991 stammende Verteilungsmöglichkeit auf 20 Jahre zur Anwendung kommt).

Steuersparen durch Vorziehen von Aufwendungen und Verschieben von Erträgen
Einnahmen-Ausgaben-Rechner können ihr steuerpflichtiges Einkommen dadurch optimieren, dass sie ihre Betriebsausgaben noch vor dem 31.12.2003 bezahlen und/oder ihren Kunden ein längeres Zahlungsziel gewähren, sodass diese offene Rechnungen erst nach dem 31.12.2003 begleichen. Beachten Sie dabei, dass regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben, welche 10 Tage vor oder nach dem Jahreswechsel zu- oder abfließen, dem Jahr zuzurechnen sind, zu dem sie wirtschaftlich gehören.

Ende der Aufbewahrungspflicht für Bücher und Aufzeichnungen aus 1996
Zum 31.12.2003 läuft die 7-jährige Aufbewahrungspflicht für Bücher, Aufzeichnungen, Belege und Geschäftspapiere des Jahres 1996 aus. Diese können daher ab 1. Jänner 2004 vernichtet werden. Beachten Sie aber, dass die Unterlagen dann weiter aufzubewahren sind, wenn sie in einem anhängigen Berufungsverfahren von Bedeutung sind, weiters dass Aufzeichnungen und Unterlagen, die Grundstücke betreffen, wegen allfälliger Vorsteuerrückverrechnungen 12 Jahre aufbewahrungspflichtig sind und dass im HGB vorgesehen ist, dass Unterlagen dann weiter aufzubewahren sind, wenn sie für ein anhängiges gerichtliches oder behördliches Verfahren, in dem Ihnen Parteistellung zukommt, von Bedeutung sind.

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