SPÖ: "Fristenregelung darf nicht in Frage gestellt werden"

21. Jänner 2004, 14:32
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Bundesfrauensekretärin Stadlbauer befürchtet Rückschritt um 30 Jahre

Linz - "Nicht unreflektiert im Raum stehen lassen", möchte die Linzer Nationalratsabgeordnete und SPÖ-Bundesfrauensekretärin Bettina Stadlbauer die Aussagen des Linzer Diözesanbischofs Maximilian Aichern anlässlich des 30. Jahrestages des Parlamentsvotums zur Einführung der Fristenregelung.

Schließlich hat dieses Votum es den Frauen möglich gemacht selbst über ihren Körper und ihr Schicksal zu bestimmen. Im Gegenteil zu den Aussagen des Bischofs stellt Stadlbauer fest: "Diese Regelung ermöglicht es den Frauen entgegen dem Druck der Gesellschaft oder des Partners selbstbestimmt zu handeln!"

Abtreibungszahlen

Überrascht zeigt sich Stadlbauer über die von Aichern betonte "hohe Zahl der Abtreibungen", denn schließlich gibt es hier zu keine offizielle Statistik und somit muss diese Aussage auf einer "sehr subjektiven und selektiven Wahrnehmung des Bischofs beruhen".

"Das Netzwerk an Beratungsmöglichkeiten muss auf jeden Fall weiter ausgebaut werden", so Stadlbauer weiter, "um den Frauen die bestmögliche Hilfestellung zu bieten. Diese darf jedoch nicht einseitig sein. Frauen sind bei jeder Entscheidung zu unterstützen!"

Abschließend hofft Stadlbauer, dass "die katholische Kirche weder die Fristenregelung noch ihre Straffreiheit in Frage stellt, denn das würde für die Demokratie und die Gleichstellung der Frau in Österreich einen Rückschritt um 30 Jahre bedeuten!" (red)

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