Kroatisch-serbischer Ex-Führer Babic sagt vor UNO-Tribunal nicht aus

22. Jänner 2004, 08:30
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Spekulationen über Einigung mit der Tribunalsanklage

Belgrad/Den Haag - Die für Mittwoch angesetzte Verhandlung vor dem UNO-Tribunal in Den Haag, bei welcher sich der einstige kroatisch-serbische Führer Milan Babic zur Anklage äußern soll, ist abgesagt worden. Babic werden darin Kriegsverbrechen und Verstöße gegen die Menschlichkeit in der Krajina in den Jahren 1991 und 1992 angelastet. Gemäß Belgrader Medienberichten sind zunächst keine Gründe für die Absage angeführt worden. Einer der Verteidiger von Babic hatte in den vergangenen Tagen den Medien gegenüber eine mögliche Einigung des Angeklagten mit der Tribunalsanklage über die Schuldübernahme angedeutet.

Babic wird beschuldigt, als Präsident und Regierungschef des selbsproklamierten Serbischen Autonomen Gebiets Krajina, "Hunderte" von kroatischen Einwohnern aus der Region vertrieben und brutal behandelt zu haben. Ihm wird auch die Verantwortung für die vorsätzliche Vernichtung von kroatischen Wohnsiedlungen und Kirchen sowie Kulturdenkmälern angelastet.

Babic war Mitte November des Vorjahres angeklagt worden und war bereits am 26. November vor dem UNO-Tribunal erschienen, lehnte es jedoch ab, sich zur Anklage zu äußern.

Zuvor hatte der einstige kroatisch-serbische Spitzenpolitiker im Prozess gegen den früheren jugoslawischen Staatschef Slobodan Milosevic als Zeuge ausgesagt. Seine Aussage wird in Journalistenkreisen als eine der ausführlichsten und wichtigsten in der Causa Milosevic bewertet. (APA)

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