Teuerung ging 2003 deutlich zurück

21. Jänner 2004, 19:50
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Die Inflationsrate sank im vergangenen Jahr auf 1,3 Prozent - Höhere und neue Abgaben kostete Haushalte seit 2000 rund 1,54 Milliarden Euro

Wien - Österreich hat 2003 mit 1,3 Prozent die drittniedrigste Jahresinflation der vergangenen 40 Jahre aufgewiesen, nach 1,8 Prozent 2002. Wie die Experten der Statistik Austria heute, Mittwoch, betonten, liegt Österreich auch innerhalb der EU mit einem Harmonisierten Verbraucherpreisindex von 1,3 Prozent im EU-Vergleich unter den Besten. Nur Deutschland wies 2003 mit 1 Prozent eine geringere Inflationsrate auf, Finnland liegt mit 1,3 Prozent gleichauf mit Österreich. In den 12 Ländern der Euro-Zone lag die Rate im Schnitt bei 2,1 Prozent, in der EU-15 bei 2,0 Prozent.

Erziehung und Unterricht teurer

2003 lagen 5 der 12 Hauptgruppen im VPI mit ihren Preissteigerungen deutlich über dem Durchschnitt: Erziehung und Unterricht mit +3,3 Prozent, Alkohol und Tabak mit +3,1 Prozent, Restaurants und Hotels mit +2,7 Prozent, Verschiedene Waren und Dienstleistungen mit +2,5 Prozent sowie Nahrungsmittel und Alkoholfreie Getränke mit +1,7 Prozent. Der Anstieg bei Letzteren war laut Statistik Austria vor allem auf Verteuerungen bei Nahrungsmitteln im Ausmaß von 2,0 Prozent zurückzuführen.

Der vergleichsweise starke Preisanstieg von 2,7 Prozent in Restaurants und Hotels erklärt nach Angaben der Statistik Austria vom Mittwoch ein Siebentel der Inflationsrate im Vorjahr. Verteuert haben sich Bewirtungsdienstleistungen (+2,7 Prozent) und hier vor allem in Restaurants und Cafes (+3 Prozent). Alkohol und Tabak verteuerten sich zwar ebenfalls stark (+3,1 Prozent), sind aber im Index nur gering gewichtet.

Wohnung, Wasser und Energie

Der wichtige Bereich "Wohnung, Wasser und Energie" lag zwar mit Verteuerungen von 1,3 Prozent exakt im Index-Schnitt, für den Anstieg waren allerdings primär die Wohnungsmieten (+4,3 Prozent) entscheidend. Dagegen wuchsen die Ausgaben für Eigentumswohnungen nur um 0,3 Prozent, nachdem sie in den Vorjahren stärker als die Mieten geklettert waren.

Unterdurchschnittlich stiegen die Preise neuerlich in der Nachrichtenübermittlung, konkret beim Telefonieren, in der Gesundheitspflege - was ausschließlich auf die Abschaffung der Ambulanzgebühr im April zurückzuführen ist - sowie im Bereich Freizeit und Kultur, zu dem auch technische Geräte wie Digitalkameras, PC oder Fernseher und Videorecorder zählen.

Gebühren und Steuern

In den vergangenen vier Jahren haben besonders Gebühren und Steuern einen großen Beitrag zur Inflation in Österreich geleistet, hat die Statistik Austria in einer weiteren Spezialauswertung errechnet. Die Anhebung der Kfz-Steuer, die Einführung der Studiengebühren und die - mittlerweile wieder abgeschaffte - Ambulanzgebühr sowie einige weitere Abgabenerhöhungen haben die heimischen Haushalte seit 2000 demnach mit 466 Euro pro Jahr zusätzlich belastet. "In Summe war das eine Mehrbelastung von 1,54 Milliarden Euro, was ungefähr der geplanten Entlastung durch die Steuerreform für die Haushalt entspricht", erläuterte Statistik-Experte Paul Haschka vor Journalisten in Wien.

Hätte es keine Steuer- bzw. Gebührenerhöhung gegeben, wäre die Inflationsrate im Schnitt dieser Jahre um 0,4 Prozent niedriger ausgefallen, hat die Statistik Austria errechnet. Gerade 2000 und 2001, als die Inflation mit 2,3 Prozent bzw. 2,7 Prozent besonders hoch war, hätte sie ohne Steuer- und Gebühren-Erhöhungen und den hohen Mineralölpreisen lediglich 1,1 bis 2 Prozent betragen. 2002 wäre die Inflationsrate ohne Ölimporte und Gebühren bei 1,4 statt 1,8 Prozent gelegen. Für 2003 reduziert sich dieser Effekt wegen der Abschaffung der Ambulanzgebühr (per April) auf einen Rückgang um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent.(APA)

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